Pro Natura Aargau
Wahrzeichen für Rheinfelden

Pro Natura Aargau fordert den Abriss des alten Kraftwerkes in Rheinfelden. Peter Scholer, Präsident der IG Pro Steg, sagt, dass die Pro Natura nicht alle neuen Fakten kennt.

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Wahrzeichen für Rheinfelden

Wahrzeichen für Rheinfelden

Susanne Hörth

In einer in diesen Tagen veröffentlichten Medienmitteilung nimmt die Pro Natura Aargau Stellung zum Eisensteg und Maschinenhaus beim alten Kraftwerk in Rheinfelden. Bereits seit einigen Jahren engagiert sich die IG Pro Steg für den Erhalt der eisernen Fussgängerverbindung. Später kam dann auch der Einsatz für den Erhalt des alten Maschinenhauses mit seiner historischen Bedeutung hinzu. Der Aargauische Bund für Naturschutz spricht sich klar gegen den Erhalt der beiden Bauwerke aus. Mit der Baubewilligung für das neue Kraftwerk ist auch der Abriss des alten Kraftwerkes beschlossene Sache. In diesem Sinne fordert die Pro Natura die Einhaltung der Auflagen für die ökologischen Ausgleichsmassnahmen.

In ihrer Mitteilung schreibt sie: «Die romantisch trotzige Forderung, den alten Steg und das Maschinenhaus nun doch mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu erhalten, zielt an den Gegebenheiten, das heisst der Rechtskraft der Baubewilligung mit allen Auflagen, vorbei.» Peter Scholer von der IG Pro Steg meint dazu: «Diese Forderungen sind aufrichtig und nötig. Das Gleiche würde Pro Natura auch machen, wenn während einer Bauausführung neue Erkenntnisse hervorkämen. Zum Beispiel eine sehr seltene Pflanze auf dem Areal gefunden wird. Da würde auch ein ‹Stopp› gefordert, um die Sache seriös zu klären.»

Warum tun sich die beiden Rheinfelden so schwer mit rechtlich verbindlichen ökologischen Auflagen bei Grossprojekten, werfen die Aargauer Naturschützer eine Frage auf. Darauf Peter Scholer: «Die Bewilligungen sind da. Die können aber auch geändert werden. Das passierte bei diesem Bauobjekt schon mal und niemand regte sich auf.»

Scholer ist sich bewusst, dass ein neues Verfahren nötig sei, bei welchem alles neu abgewogen und ausgehandelt werden müsse. Ein Vorgang, der ganz normal sei, wenn neue Fakten da sind.

Louis Brodowski, Vizepräsident der Pro Natura, weist in seiner Mitteilung darauf hin, dass Rheinfelden durch den Kraftwerkneubau ein einzigartiges, neues Wahrzeichen erhalte, eines, das keine andere Stadt vorweisen könne: einen naturnah gestalteten Lachsaufstieg mitten in der Stadt. «Genau das wollen wir auch, ein hervorragendes neues pionierhaftes Aufstiegsgewässer», geht IG-Pro-Steg-Präsident Peter Scholer auf dieses neue Wahrzeichen ein und betont weiter: «Dazu zusätzlich noch ein Objekt, das Potenzial zum Weltkulturerbe hat. Das wäre eine geniale Sache und wirklich ein Juwel für beide Rheinfelden. Zum Zeigen und Erleben!»

Kein Gewissenskonflikt

Peter Scholer ist bekannt für seinen grossen Einsatz zum Wohle der Umwelt. Gleiches will die Pro Natura. Darauf angesprochen, ob sich für ihn durch die spezielle Situation eine
Gewissenskonfliktsituation ergäbe, meint Scholer: «Kein Konflikt, da ja Ersatzmassnahmen geplant sind. Die bisherigen Massnahmen sind grösstenteils auch künstliche Ersatzflächen. Dazu gibt es nun neue und noch grössere Ersatzflächen.»

Insgesamt bedauert der Präsident der IG Pro Steg die entstandene Situation. Die Leute von Pro Natura würden die neusten Fakten nicht kennen. Für Februar sei mit den Naturschützern eine interne Besprechung abgemacht. Schade sei nun, dass sich Pro Natura mit ihrer Mitteilung bereits öffentlich habe verlauten lassen, so Scholer und betont: «Wir suchen nach wie vor das Gespräch und nicht den Zeitungsdialog.»