Karsai habe den ersten Wahlgang gewonnen und sei nach dem Rückzug von Herausforderer Abdullah Abdullah einziger Kandidat, begründete IEC-Chef Asisullah Ludin die Entscheidung.

Die IEC hatte zunächst erklärt, trotz des Rückzugs Abdullahs an der Stichwahl am kommenden Samstag festhalten zu wollen. Eine Abstimmung mit nur einem Bewerber hätte jedoch Zweifel an der Legitimität der Wahl geweckt, erläuterte Ludin nun.

Zudem habe man das afghanische Volk vor den mit der Wahl verbundenen Gefahren schützen wollen. Die radikal-islamischen Taliban hatten wie schon beim ersten Durchgang im August mit Gewalt gedroht.

Abdullah hatte am Wochenende erklärt, er werde an der umstrittenen Stichwahl nicht teilnehmen. Er befürchte, dass es wie schon im Sommer zu Betrügereien kommen könnte.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon, der zu einem Überraschungsbesuch in Kabul eingetroffen war, begrüsste die IEC-Entscheidung.

Die Internationale Gemeinschaft war strikt gegen eine Stichwahl mit Karsai als einzigem Kandidaten und begrüsste nun den Entscheid. Als erster westlicher Regierungschef gratulierte der britische Premierminister Gordon Brown Karsai in einem Telefonat.

Auch der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle und sein französischer Amtskollege Bernard Kouchner gratulierten. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen versprach Karsai nach dessen Bestätigung weitere Unterstützung bei der Stabilisierung des Landes.

Auch das Weisse Haus betrachtet Karsai als "legitimen Führer". Die Entscheidung der afghanischen Wahlkommission entspreche den Gesetzen des Landes, sagte ein Sprecher des Weissen Hauses in Washington.