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Wahljahr 2009 dauert bis 2010

Mit fünf Regierungsrats-Kandidaten will die SVP das Rathaus stürmen – blitzt aber ebenso ab wie die SP: Die fünf Bisherigen sind auch die Neuen. Dafür legt die SVP mit Grünen und GLP bei den Kantonsratswahlen zu.

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Kari

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Schweiz am Sonntag

Urs Mathys

Was ein einzelner SVP-Bewerber bisher nie erreicht hatte, soll der Ansturm von gleich fünf Kandidaten erzwingen: einen Regierungsratssitz für die Volkspartei. Doch der Schuss geht am 8. März nach hinten los: Alle fünf Bisherigen - Christian Wanner (FdP), Klaus Fischer (CVP), Peter Gomm (SP), Esther Gassler (FdP) und Walter Straumann (CVP) - werden bereits im ersten Wahlgang bestätigt. Doppelte Schmach für die SVP: Selbst die SP-Kampfkandidatin Christine Bigolin liegt in der Wählergunst vor den SVP-Bewerbern Roland Borer, Colette Adam, Heinz Müller, Roman S. Jäggi und Christian Werner.

Etwas erfolgreicher ist die Volkspartei dafür gleichentags bei den Parlamentswahlen: Sie baut ihren Wähleranteil noch einmal etwas aus, was ihr einen zusätzlichen, 18. Sitz einbringt. Sie bleibt aber erneut hinter FdP (27 Sitze, -3), CVP (25, +2) und SP (21, -4) zurück. Zu den Siegern können sich die erstmals antretenden Grünliberalen (GLP) mit zwei Sitzen und die Grünen mit einem Sitzgewinn zählen (neu 6). Ihren einzigen bisherigen Sitz halten kann die EVP. Nur den Listenverbindungen mit der EVP und der GLP verdankt es die CVP, dass sie - trotz eigenem Krebsgang - sogar um zwei Mandate zulegen kann.

Nicht vorhersehbar ist diese Verlängerung des Wahljahres 2009: Der Tod von SP-Ständerat Ernst «Aschi» Leuenberger macht eine Ersatzwahl nötig. Im ersten Wahlgang vom 29. November schafft keiner der drei Kandidaten das absolute Mehr von 43 043. Tagessieger wird mit 35 033 Stimmen Roberto Zanetti (SP), mit mehr als zehntausend Stimmen Vorsprung vor Roland Fürst (CVP, 24 630) und Roland Borer (SVP, 23 733).

Den Entscheid wird erst der 24. Januar bringen. Weil sich CVP und SVP nicht auf einen Kandidaten einigen können und die FdP-Leitung Stimmfreigabe beschliesst, sind Zanettis Wahlchancen intakt. Daran ändert auch der SVP-«Pferdewechsel» von Roland Borer zu Kantonalpartei-Präsident Heinz Müller nichts.