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Während Zug-Chaos im Mittelland: SBB-Chef Meyer läuft Halbmarathon

Tausende Zugreisende waren von der Störung am Samstag betroffen und mussten mühsame Umwege in Kauf nehmen. Erst gegen Abend normalisierte sich die Situation. SBB-Chef Andreas Meyer nahm unterdessen am 35. Greifenseelauf teil.

Auf der meistbefahrenen Zugstrecke der Schweiz ging am Samstag kurz nach 10 Uhr gar nichts mehr: Ein TGV hatte auf dem Weg von Zürich nach Paris kurz nach Aarau aus noch unbekannten Gründen eine Fahrleitung heruntergerissen. Während Stunden mussten Züge umgeleitet werden, es verkehrten Ersatzbusse, tausende Passagiere steckten in Bahnhöfen fest – im ganzen Mittelland kam es zu Einschränkungen.

Die SBB arbeitete mit Hochdruck an der Behebung der Störung. Und auch der oberste Bähnler, CEO Andreas Meyer, war schweissgebadet – jedoch aus einem ganz anderen Grund: Er nahm am Nachmittag am 35. Internationalen Greifenseelauf teil. Seinen Halbmarathon über 21,1 Kilometer absolvierte er in zwei Stunden und vier Minuten.

Wäre es angesichts des aussergewöhnlichen Zwischenfalls nicht angebracht gewesen, hätte sich der oberste Bähnler an der Front bei der Behebung des Chaos gezeigt hätte? «Andreas Meyer war jederzeit informiert und in Kontakt mit den Verantwortlichen – es wäre absolut unüblich gewesen, wenn der CEO an der Front dreingeredet hätte», sagte SBB-Kommunikationschef Stephan Wehrle auf Anfrage der «Nordwestschweiz». Und er fügte hinzu: «Natürlich wäre dies bei einem gravierenden Ereignis mit Verletzten anders gewesen.»

 «Mehr Zeit zum Lesen»

Offenbar war der SBB-Chef bei der Anreise an den Greifensee selbst von der Störung betroffen und musste den Umweg von Bern über Basel nehmen. Das machte ihm aber nichts aus. Gegenüber dem «Zürcher Oberländer» sagte er: «So habe ich ein wenig mehr Zeit zum Lesen.»

SBB-Kommunikationschef Wehrle betonte: «Andreas Meyer war am Greifensee als Privatperson unterwegs. Und angesichts seines grossen Arbeitspensums gönnen wir ihm diese Freizeit natürlich.»

Nicht so lustig fanden zwei Läuferinnen die Panne. Sie trafen mit grosser Verspätung ein und ärgerten sich gemäss dem «Zürcher Oberländer» darüber, dass sie den Start ihrer Kategorie verpasst hatten. Allerdings hatten die beiden Glück im Unglück: Sie durften auch verspätet noch den Lauf absolvieren.

Tweet von SBB-Chef Andreas Meyer

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