Energiepolitik

Waadt will Klimaerwärmung mit Steuererhöhung bekämpfen

Bis 2050 will der Kanton Waadt die Hälfte des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien wie Solarzellen, Holz, Geothermie, Wärmepumpen oder Windenergie gewinnen. (Archivbild)

Bis 2050 will der Kanton Waadt die Hälfte des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien wie Solarzellen, Holz, Geothermie, Wärmepumpen oder Windenergie gewinnen. (Archivbild)

Der Kanton Waadt will den Energiekonsum pro Einwohner bis 2050 um 60 Prozent reduzieren und den Anteil der erneuerbaren Energien auf 50 Prozent erhöhen. Um eine Lenkungswirkung zu erzielen, will er die Elektrizität stärker besteuern.

Die Waadtländer Regierungsrätin Jacqueline de Quattro (FDP) hat am Montag eine neue Version der kantonalen Energiestrategie präsentiert. Die "ambitiöse Vision" orientiere sich an der Energiestrategie des Bundes und werde im Herbst durch einen weitergehenden Klimaplan komplettiert, sagte de Quattro.

Der Plan enthält drei Stossrichtungen: Energieeinsparungen beim Gebäudebau, die Förderung erneuerbarer Energien und technische Anpassungen in der Industrieproduktion.

Um die Ziele zu erreichen, setzt die Waadtländer Regierung auf finanzielle Anreize, von denen sie sich "ausgezeichnete Resultate" erwartet. Subventionen gehörten zwar nicht gerade ins Repertoire der FDP, aber diese seien auch nicht für die Ewigkeit, sagte die Vorsteherin des Umweltdepartementes. Es gehe um eine Anschubfinanzierung, um das Verhalten zu ändern.

15 Franken pro Haushalt

Konkret schlägt die Regierung eine Änderung des Energiegesetzes vor, um die kantonale Steuer auf der Elektrizität erhöhen zu können. Diese Steuer soll bis 2020 von 0,18 auf 0,6 Rappen pro Kilowatt Strom steigen und würde somit mehr als verdreifacht. Der Waadtländer Grosse Rat wird nach den Sommerferien darüber debattieren.

Die Steuer soll rund 25 Millionen Franken pro Jahr abwerfen. Die Waadt würde sich damit in einer vergleichbaren Bandbreite bewegen wie die Kantone Genf und Tessin. Der Steuersatz wäre aber deutlich tiefer als in Basel-Stadt, wo die Einwohner fast 6 Rappen pro Kilowatt bezahlen.

Für den einzelnen Haushalt in der Waadt bedeutet die Steuererhöhung Mehrausgaben von 15 Franken pro Jahr, für ein kleines und mittleres Unternehmen (KMU) Mehrkosten von tausend Franken pro Jahr. Dies sei in ihren Augen tragbar, sagte de Quattro.

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