Ende 2015 hatte der damalige Verteidigungsminister Ueli Maurer eine Arbeitsgruppe angekündigt, die aufzeigen sollte, wie der Schutz jüdischer Einrichtungen konkret verbessert werden könnte. Konkrete Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe sind keine in Erfahrung zu bringen.

Das Fedpol verweist auf «mehrere Treffen zwischen den Sicherheitsbehörden von Bund und Kantonen und Vertretern der jüdischen Organisationen.» An diesen Treffen habe das Fedpol die verfassungsrechtlichen Zuständigkeiten im Sicherheitsbereich und die eigenen Handlungsmöglichkeiten dargelegt. Die Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten (KKPKS) habe das Thema ebenfalls thematisiert.

Jonathan Kreutner, Generalsekretär des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG), begrüsst zwar die Einladung zu einem Erfahrungsaustausch. Doch die jüdische Gemeinschaft hätte sich die kreativere Lösungsvorschläge von Behördenseite gewünscht: „Wir fordern mehr Unterstützung von staatlicher Seite“, sagt Kreutner zur „Schweiz am Sonntag“.

FDP-Nationalrätin Corina Eichenberger wünscht sich eine grundsätzliche Analyse der derzeitigen Situation durch die betroffenen Kantone und die jüdischen Gemeinden angehen, unter Einbezug von Fedpol und der kantonalen Polizeikommandantenkonferenz. «Dabei muss auch eine finanzielle Beteiligung an den Sicherheitsmassnahmen der jüdischen Gemeinden geprüft werden», sagt Eichenberger zur „Schweiz am Sonntag“. Hier sei auch ein finanzielles ein Engagement des Bundes denkbar.