«Fellital»
Von wegen idyllisch: Das ist die vielleicht lauteste Postautohaltestelle der Schweiz

Mit dem Postauto fährt man ins Grüne, dahin, wo die Schweiz noch idyllisch ist. Bloss darf man auf der Strecke Erstfeld-Göschenen nicht an der Haltestelle „Fellital“ aussteigen. Wer das tut, sehnt sich sofort in die ruhige Stadt zurück. Das Postauto spuckt einen auf der Hauptstasse ohne Bushaltebucht aus.

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Zuerst muss man den richtigen Moment abwarten zwischen knatternden Motorradfahrer-Kolonnen und anderen röhrenden Fahrzeugen, um auf der anderen Seite zum Wanderweg ins Fellital zu gelangen. Doch auf der anderen Seite brausen über dem Kopf die Autos über die Autobahn Richtung Gotthard. Der Lärm ist von allen Seiten ohrenbetäubend. Es muss an der Akustik des Ortes liegen. Dazu friert der Wanderer sofort: Hier fällt im Herbst nur selten ein Sonnenstrahl bis auf den Boden.

Als Wanderer macht man sich schleunigst aus dem Staub und versucht die Rückkehr zur Haltestelle auf die Minute zu timen um hier nicht lange auf den Bus warten zu müssen. (kus)