Arbeitslose sollen einen Vorrang auf offene Stellen haben: Das hat das Parlament im Dezember 2016 als Umsetzung der SVP-Masseneinwanderungsinitiative beschlossen. Am 16. Juni hat der Bundesrat mitgeteilt, für wen dieser Arbeitslosenvorrang gelten soll: für alle Berufsgruppen mit einer Arbeitslosenquote von 5 Prozent oder mehr. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) hat nun in einer Übersicht, über die "Tages-Anzeiger" und "Bund" am Donnerstag berichteten, alle Berufe aufgelistet, die 2016 diesen Schwellenwert erreicht haben. Es sind 88 Berufsgruppen.

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Nicht alle dieser Gruppen sind aber gleich stark von der Einwanderung betroffen. Am meisten ausländische Arbeiter zog 2016 der Service an: knapp 9000 Personen. Ihnen stehen 5415 Arbeitslose gegenüber. Bemerkenswert ist das Verhältnis im Bau: In den sogenannten "sonstigen Berufen des Bauhauptgewerbes" kommen pro Arbeitslosen (3191) fast zwei Einwanderer (6045) in die Schweiz. Auch das Küchenpersonal (8305), die Landwirtschaftlichen Gehilfen (8104) und Berufe im Bauhauptgewerbe (6045) sind bei Ausländern beliebt. 

Deutlich weniger stark von der Zuwanderung betroffen sind etwa die PR-Fachleute und die Uhrenindustrie. Auf 390 arbeitslose PR-Fachleute kommen 4 Einwanderer. In der Uhrenbranche waren letztes Jahr 950 Menschen arbeitslos, 23 kamen aus dem Ausland.

Für unsere Liste (unten) haben wir uns auf jene Berufe beschränkt, die von der Einwanderung stark betroffen sind. Als Schwellenwert haben wir eine Einwanderung von 500 Personen pro Jahr definiert.

Die Grafik zeigt, dass die Arbeitslosenquote allein nicht die ganze Wahrheit darstellt. Eine hohe Quote bedeutet nicht zwingend viele Arbeitslose. Ein Beispiel: Verkäufer und Detailhandelsangestellte weisen bei einer Quote von 5,7 Prozent 10'768 Arbeitslose auf. In der Schauspielbranche ist die Quote mehr als doppelt so gross: 14,6 Prozent. Effektiv sind aber nur 194 Schauspieler arbeitslos. Der Grund: In dieser Branche arbeiten massiv weniger Menschen als im Verkauf.