Säntis-Nordwand

Vom Unwetter zerzaust: Die Säntisfahne kehrt zurück

Für einmal ohne Schranz: Die Säntisfahne hängt in ihrer vollen Pracht am Hausberg der Ostschweiz.

Für einmal ohne Schranz: Die Säntisfahne hängt in ihrer vollen Pracht am Hausberg der Ostschweiz.

Gewitterstürme haben die Säntisfahne schon drei Mal in Folge zerrissen. Doch die Schwebebahn gibt nicht auf. Am Nationalfeiertag soll die grösste Schweizer Fahne der Welt erneut an der Säntis-Nordwand hängen.

«Selbstverständlich wird die Fahne auch dieses Jahr wieder am Säntis hängen», sagt Bruno Vattioni, Geschäftsführer Säntis-Schwebebahn AG, auf Anfrage. Die Säntisfahne soll den Hausberg der Ostschweiz also wieder schmücken. Sie ist keine Unbekannte. Die Säntisfahne ist mit ihren 6400 Quadratmetern die grösste Schweizerfahne der Welt. Am kommenden Montag wird die 80 mal 80 Meter grosse Fahne auf den Säntis transportiert. Am Mittwoch, einen Tag vor dem ersten August, kommt es zum grossen Spektakel. Dann wird die Schweizerfahne pünktlich zur Bundesfeier ausgerollt.

Grosser Wirbel um die Säntisfahne

Die grösste Schweizerfahne hat in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. In den vergangenen drei Jahren ist sie in Folge von Unwetter gerissen. Einzig im Jahr 2015 blieb die Fahne, die von der Heimgartner Fahnen AG in Wil hergestellt worden war, unversehrt. Geändert hat man trotz den Rissen der letzten Jahre nichts an der Beschaffenheit des Stoffes oder an der Aufhängevorrichtung am Berg. Für grosse Veränderungen sei die Fahne zu gross. Vattioni sagt:

«Uns belastet das Ganze nicht mehr, wir freuen uns einfach, etwas Besonderes zu machen.» Einen kleinen Seitenhieb konnte er sich aber nicht verkneifen. «Bei Gewitter hätten die Zeitungen wieder etwas zu schreiben», sagte er lachend.

Im Winter stand die Felswand, an der im Sommer die Säntisfahne hängt, noch aus anderen Gründen im Fokus. Eine rund 300 Meter breite Lawine donnerte auf die Schwägalp nieder. Die Schneemassen verschütteten Autos und drangen ins Restaurant des Hotels Säntis ein. Drei Personen wurden leicht verletzt. Gemäss Vattioni kommen kleinere Lawinen eigentlich jedes Jahr über die Felswand. Doch das Ausmass dieses Jahr sei besonders verheerend gewesen. Glücklicherweise hat die Lawine die Aufhängevorrichtungen der Fahne nicht beschädigt. So wird die Montage nicht zusätzlich erschwert.

Wie steht es um die Finanzierung?

Wie viel das Montieren der Fahne und die Reparaturen kosten, damit wollte man die Schwebebahn aus strategischen Gründen nicht herausrücken. Nur so viel: «Das Geld steht bei der Aktion nicht im Vordergrund», sagt Vattioni. Und natürlich kosteten die Flickarbeiten und das Aufhängen etwas. Schliesslich müsse man fürs Montieren der Fahne Profis engagieren. Beauftragt werden 15 bis 16 Höhenarbeiter, die eine spezielle Ausbildung und somit auch eine Bewilligung haben, um die Arbeiten vorzunehmen.

Unterstützt werden die Veranstalter finanziell auch durch die Patinnen und Paten der Fahne. Patin oder Pate ist, wer sich für 99 Franken einen Quadratmeter der Fahne ersteigert hat. Damit helfen sie mit, dass die grösste Schweizerfahne der Welt auch in den nächsten Jahren in der Ostschweiz zu bestaunen sein wird. Von den 6400 Quadratmetern der Säntisfahne seien gemäss Vattioni rund die Hälfte von Patinnen und Paten gekauft worden. Sie dürfen auch beim Ausrollen der Fahne am 31. Juli dabei sein.

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