Vom Erfolg beflügelt

Die Grünliberalen stellen sich in Baden für die Einwohnerratswahlen auf. Sie ordnen sich in der Mitte ein und bekennen sich zur ökologischen Handlungsweise. Das gilt auch für ihre Politik in der Stadt Baden.

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GLP Baden

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Reicht der Fahrtwind? Kommentar von Roman Huber Der Erfolg der jungen Partei gibt den Trägern des grünliberalen Gedankengutes Recht. Sie hat dabei politischen Flurschaden angerichtet. Am meisten bekommen es die Freisinnigen zu spüren, wo die Diskrepanz zwischen Hardlinern und linkem Flügel zum Wechsel einlädt. Umgekehrt ist es bei der SP, wo der rechte Flügel mit den Grünliberalen flirtet. Ob die GLP mit diesem Fahrtwind auch im Badener Einwohnerrat Fuss fassen wird, ist schwer vorauszusagen. Aufgrund ihrer Parteistärke bei den Grossratswahlen 2009 würde es sogar für drei Sitze reichen. Doch das kann man nicht mit gleich langen Ellen messen. Zudem dürfte die Liste zu kurz sein, um grosse Stricke zu zerreissen. Das würde für das Team Baden einen Aderlass bedeuten, denn - abgesehen vom wesentlich tieferen Durchschnittsalter der Kandidierenden - unterscheidet es sich politisch von den Grünliberalen wenig. Bei der GLP wäre man mit einem Sitz glücklich. Geht es nur um einen Sitz, so muss sich die EVP in Acht nehmen; sie lag bei den Grossratswahlen 2009 hinter der GLP. roman.huber@azag.ch

Reicht der Fahrtwind? Kommentar von Roman Huber Der Erfolg der jungen Partei gibt den Trägern des grünliberalen Gedankengutes Recht. Sie hat dabei politischen Flurschaden angerichtet. Am meisten bekommen es die Freisinnigen zu spüren, wo die Diskrepanz zwischen Hardlinern und linkem Flügel zum Wechsel einlädt. Umgekehrt ist es bei der SP, wo der rechte Flügel mit den Grünliberalen flirtet. Ob die GLP mit diesem Fahrtwind auch im Badener Einwohnerrat Fuss fassen wird, ist schwer vorauszusagen. Aufgrund ihrer Parteistärke bei den Grossratswahlen 2009 würde es sogar für drei Sitze reichen. Doch das kann man nicht mit gleich langen Ellen messen. Zudem dürfte die Liste zu kurz sein, um grosse Stricke zu zerreissen. Das würde für das Team Baden einen Aderlass bedeuten, denn - abgesehen vom wesentlich tieferen Durchschnittsalter der Kandidierenden - unterscheidet es sich politisch von den Grünliberalen wenig. Bei der GLP wäre man mit einem Sitz glücklich. Geht es nur um einen Sitz, so muss sich die EVP in Acht nehmen; sie lag bei den Grossratswahlen 2009 hinter der GLP. roman.huber@azag.ch

Aargauer Zeitung

Das gute Abschneiden der neu geborenen Bezirkspartei bei den Grossratswahlen (2 Sitze, Wähleranteil 4,37%) bildete für den harten Kern der Grünliberalen in der Stadt die Verpflichtung. Der Entscheid, bei den Einwohnerratswahlen anzutreten, sei erst nach längerem Überlegen gefallen. «Wir haben es bedauert, dass die GLP Wettingen nicht mitgezogen hat», fügte Sander Mallien, Präsident der Stadtpartei, an. Die Chancen stehen gut: Der Wähleranteil der GLP betrug in Baden gar über 6 Prozent.

Jetzt. Aber auch morgen.

«Wir sind zwar grün, wählen aber den pragmatischen Weg», versucht Mallien seiner Partei ein Gesicht zu geben. Man sei weniger visionär als die Grünen, wobei deren Visionen von der GLP unterstützt würden, fügt Mallien an. Ganz in diesem Sinne ist das Motto «Jetzt. Aber auch morgen».

«Wir haben viele Sympathisanten, aber zu wenig Mitglieder», erklärt Mallien. Als Partei der Mitte sei man zurzeit noch zu wenig attraktiv für junge politische Kräfte. Dies spiegelt auch die Kandidatenliste wider. «Statt junge forsche Leute sind es bei uns mittelalterliche, erfahrene und etwas schrullige», meint Mallien schmunzelnd.

In der Kommunalpolitik sieht sich die GLP am Nächsten beim Team. In die entsprechende Richtung geht auch das Gedankengut. Beim Thema Verkehr fordern die Grünliberalen Lösungen mit überregionalem Ansatz, in der Stadt soll das Verkehrsregime den Bedürfnissen der Bevölkerung der Gewerbetreibenden Rechnung tragen. Familienwohnungen mit der Infrastruktur (Spielplatz bis Ruhebank) für alle Generationen gehören gemäss GLP auch in die Innenstadt.

Im Kulturbereich sollen laut den Grünliberalen die Gemeindegrenzen fallen. Wie die Mutterpartei fordert die Stadtpartei eine zukunftsorientierte Energiepolitik; eine programmierte gestaffelte Rundsteuerung bei der Stromversorgung. (-rr-)

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