Sumiswald

«Vollbremsung eingeleitet»

In Sumiswald fand die letzte Mitgliederversammlung der Pro Emmental statt. Bis Ende Jahr soll die Schuldenlast getilgt sein. Dann kann der Verein aufgelöst oder umbenannt werden.

Markus Jutzi

«Es war ein hektisches Jahr», sagte Ueli Haldemann, Präsident Pro Emmental, im Sumiswalder «Kreuz». Diese letzte Mitgliederversammlung verlief emotional. Nicht immer schien Haldemann den Durchblick zu haben. Seine Stimme war zitternd, er fand nicht immer die passenden Worte und schwächte gemachte Aussagen ab. «Wir starteten mit Vollgas ins Jahr, obwohl wir nicht genau wussten, wohin uns der Weg führt». Dann habe der neue Verein Region Emmental signalisiert, dass er künftig auf die Dienste von Pro Emmental verzichten werde.

«Nun mussten wir wohl oder übel eine Vollbremsung einleiten», so Haldemann. Deshalb habe man den Geschäftsführer und Personen auf der Geschäftsstelle entlassen (wir berichteten).

Schuldenlast 70 000 Franken

Das Geschäftsjahr schliesst mit 18 000 Franken Defizit ab. 70 000 Franken beträgt die Gesamtschuld, die Pro Emmental bis Ende Jahr tilgen will. «Wir machen nur noch das Notwendigste und richten uns nach den Einnahmen», sagte Haldemann. Was geschieht mit Pro Emmental? «Es ist geplant, dass der Verein die Statuten ändert auf Förderverein Pro Emmental», sagte Vorstandsmitglied Hans Haslebacher. Vieles bleibt aber noch im Dunkeln. Haldemann: «Ende Jahr ist Pro Emmental gestorben. Wir geben der Region Emmental eine leere Hülse ab.»

Markus Aebi (Hellsau) zeigte anhand einer Präsentation auf, dass die Region Emmental sich in Zukunft um den Tourismus kümmern werde. Es sei vorgesehen, dass die Bevölkerung einen Pro-Kopf-Beitrag von drei Franken bezahlen soll, was dann total 270 000 Franken ausmache.

Haslebacher: «Um die Marke Emmental und den Tourismus zu fördern, braucht es eine halbe Million.» Aebis Kommentar: «Es ist uns sehr wichtig, dass die 270 000 Franken vorerst gesichert sind.» Er ist sich bewusst, dass die Gemeinden im unteren Emmental von der Tourismusförderung nicht begeistert sind. Trotzdem: Der Tourismus macht eine Wertschöpfung von 130 Millionen Franken aus. Davon profitieren in erster Linie Gemeinden im oberen Emmental.

Eine Votantin störte sich an der Aufteilung oberes, mittleres und unteres Emmental. «Wir sind doch ganz einfach Emmentaler», sagte sie. So spiele es doch keine Rolle, woher das Geld komme und wohin es fliesse. Es komme einfach den Emmentalern zugut. Am 4. Juni werden die Mitglieder der Region Emmental darüber entscheiden, wie viel sie zu bezahlen bereit sind.

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