Im Dezember 2012 hat der Bundesrat seine Pläne für die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels vorgestellt. Bis im April 2013 läuft die Vernehmlassung. Dabei soll auch die Bevölkerung mitreden können. Die Volksvernehmlassung in Form einer Petition wird bereits von 18 Organisationen mitgetragen. Nun werden Unterschriften gesammelt.

Fabio Pedrina, Präsident der Alpen-Initiative, sagt angesichts der Tatsache, dass die EU angeblich mit der Schweiz nicht über eine Beschränkung der Lastwagentransitfahrten und eine Alpentransitbörse verhandeln will: «Sollen wir da aus lauter Dankbarkeit nun der EU den roten Teppich in der Form einer zweiten Strassenröhre auslegen?» Die Berner Nationalrätin Regula Rytz: «Ich staune, wie salopp bei der zweiten Röhre mit Investitions- und Unterhaltskosten umgegangen wird.

Diese Nonchalance kontrastiert mit finanziellen Engpässen bei anderen Verkehrsprojekten, allen voran in den Agglomerationen.» Die Tessiner Nationalrätin Marina Carobbio zeigte sich überzeugt, dass eine zweite Röhre dem Tessin langfristig erheblich schadet und den Kanton zum Transitkorridor degradiert. Mathias Reynard, Walliser Nationalrat und Alpen-Initiative-Vorstandsmitglied, ist überzeugt, dass die Westschweiz nichts von weiteren Grossinvestitionen am Gotthard hat und eine zweite Röhre allen Alpenkantonen mehr Lastwagen bringt.

Der Bundesrat hat aufgezeigt, dass eine Sanierung ohne zweite Röhre machbar ist. Das Tessin wird dank eines leistungsfähigen Verlads für Autos und Lastwagen nicht von der übrigen Schweiz abgeschnitten. Die temporäre Verladelösung kostet am Ende 3 bis 3,5 Milliarden weniger als die zweite Röhre.