«Volk hat die Wahl»

Seit gestern ist klar: Walter Dubler, bisheriger Wohler Gemeindeammann, tritt im Herbst wieder an. Zum ersten Mal spricht Dubler heute über seine Motivation und die Kritik an seiner Person.

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Wohler Ammann

Wohler Ammann

Aargauer Zeitung

Fabian Hägler

«Grundsätzlich gefällt mir vieles an meiner Arbeit», sagt Walter Dubler. Wohlen verfüge über eine leistungsfähige und bürgerfreundliche Verwaltung, betont Dubler. Und: «Zahlreiche Personen haben mich ermuntert, wieder anzutreten.» Der amtierende Woh-ler Ammann hatte sich als letztes Mitglied des Gemeinderats für eine Kandidatur entschieden - obwohl er teilweise heftig in der Kritik stand.

«Forderung nicht nachvollziehbar»

Aufsehen hatte insbesondere Matthias Jauslin erregt: Der Gemeinderat legte Dubler nahe, im Herbst nicht mehr zu kandidieren. «Diese Forderung ist für mich sachlich nicht nachvollziehbar, nachdem sich das Volk mit 68,5 % gegen den Willen der Mehrheit des Gemeinderates klar für das Vollamt des Gemeindeammanns ausgesprochen hat», kommentiert Dubler.

Hätte das Stimmvolk das Teilamt beschlossen, wäre die Überlegung für ihn nachvollziehbar gewesen, «so aber nicht», macht der Ammann klar. FDP-Finanzvorsteher Jauslin war für eine Stellungnahme zu Dublers Kandidatur ferienhalber nicht erreichbar.

«Der Gemeinderat funktioniert»

Kritik an Walter Dubler hatte auch Gemeinderätin Doris Becker geübt. Sie beschrieb das Klima unter Dubler als geprägt von «Angst, Druck und selbstherrlichem Umgang». Der Ammann sagt dazu: «Der Gemeinderat funktioniert, die anstehenden Geschäfte werden sachlich abgehandelt, wie es sein muss.» Die Stimmung im Gremium sei eher kühl, die Arbeit werde aber geleistet. Dubler ist sicher, «dass es im Herbst Veränderungen in der Zusammensetzung des Gemeinderats geben wird».

Paul Huwiler (CVP), der schon seit fast zwei Wochen als Ammannkandidat feststeht, ist nicht überrascht, dass Dubler nochmals antritt. «Es ist eine spannende Ausgangslage, eine echte Wahl, die Entscheidung liegt nun bei der Bevölkerung», sagt Huwiler. Und er bestätigt, dass die letzten Sitzungen im Gemeinderat sehr sachlich abgelaufen seien.

«Es geben sich alle Mühe, die Sache gut über die Runden zu bringen», sagt der Herausforderer. Huwiler rechnet damit, dass der Wahlkampf erst Mitte August «so richtig losgehen» werde. Und er hofft darauf, dass sich keine Schlammschlacht zwischen den Kontrahenten entwickelt.

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