Vierte Welle
Ungeimpfte Corona-Patienten auf Intensivstationen – Spitäler verschieben Herzoperationen

Bereits kommen Spitäler wieder an ihre Grenzen.

Nina Fargahi
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Das Gros der Hospitalisierten sind Menschen, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen liessen.

Das Gros der Hospitalisierten sind Menschen, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen liessen.

Bild: Keystone

Das Kantonsspital Aarau muss zum dritten Mal seit Ausbruch der Pandemie Operationen verschieben. Innerhalb von nur einer Woche hat sich die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen der Aargauer Spitäler mehr als verdoppelt.

Bereits im Frühling 2020 untersagte der Kanton Aargau den Gesundheitseinrichtungen, Operationen durchzuführen, die nicht so dringend waren. Dies, um genügend Platz für Covid-Erkrankte freizuhalten. Im November 2020, auf dem Höhepunkt der zweiten Welle, verschob das Kantonsspital Aarau erneut Eingriffe. Und jetzt ist es wieder so weit, zahlreiche Operationen müssen vertagt werden. Das Spital ist jetzt bei der zweiten Eskalationsstufe angelangt.

Entfernungen von Tumoren werden vertagt

Auch im Zürcher Unispital werden Operationen verschoben, obwohl diese auch dringend seien, wie der leitende Arzt des Intensivmedizin-Instituts diese Woche in den Medien sagte. Es handle sich um Eingriffe am Herzen, Hirn oder um Entfernungen von Tumoren, die nun warten müssten, sagte er.

Das Kantonsspital Luzern reduziert ebenfalls die elektiven Operationen. Also all jene, die «nicht dringlich» sind. Zwar ist es noch nicht zu Verschiebungen gekommen, aber es werden derzeit keine neuen Termine vergeben. So macht es auch das St. Galler Kantonsspital. Hier mussten schon im letzten Jahr rund 30'000 Operationen vertagt werden, von denen bis heute viele nicht nachgeholt werden konnten.

Bald keine freien Betten mehr in den meisten Kantonen

Wie die Taskforce in ihren jüngsten Lagebericht zeigt, sind über 90 Prozent der Hospitalisierten nicht vollständig geimpft. Mehr noch: Die vierte Welle ist hauptsächlich auf ungeimpften Personen zurückzuführen. Neun von zehn Spitaleinweisungen wären mit der Impfung vermeidbar.

Abgesehen von verschobenen Operationen verdoppelt sich die Zahl der Hospitalisierungen aktuell alle eine bis zwei Wochen. Und das, obwohl viele Spitäler bereits zusätzliche Intensivbetten geschaffen haben.

Ein Blick auf die Monitoringkarte der Intensivbetten zeigt Erschreckendes: Fast alle Kantone – ausser Appenzell Innerrhoden und Obwalden – sind rot eingefärbt, also bald wohl ohne freie Betten auf den Intensivstationen. Im Moment sind die Intensivpflegebetten zu 80 Prozent ausgelastet.

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