Migration

Viel mehr Kosovaren wandern illegal in die Schweiz ein

Grenzwächter im Einsatz an der Grenze in Chiasso (Archiv)

Grenzwächter im Einsatz an der Grenze in Chiasso (Archiv)

Die Schweiz hat kaum Asylgesuche von Kosovaren. Einerseits lehnt der Bund entsprechende Gesuche innerhalb von 48 Stunden ab. Andererseits reisen die Kosovaren wohl als illegale Migranten in die Schweiz.

Zehntausende Kosovaren haben in den letzten Wochen Asyl in Deutschland,Frankreich oder Österreich beantragt - kaum aber in der Schweiz. Das hat einen einfachen Grund: Der Bund lehnt entsprechende Gesuche in der Regel innerhalb von 48 Stunden ab.

Jetzt verdichten sich aber die Hinweise, dass Kosovaren als illegale Migranten in die Schweiz einwandern, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.

«Die Zahl der kosovarischen Staatsangehörigen, die wegen Verstössen gegen das Ausländergesetz angehalten werden, ist in den letzten Monaten markant gestiegen», sagt Alexander Ott, Chef der Stadtberner Fremdenpolizei.

«Mittlerweile liegen die Kosovaren an der Spitze aller angehaltenen Ausländer.» Viele von ihnen würden mit gefälschten Papieren in die Schweiz reisen und hier schwarz arbeiten, etwa in Hotels und Restaurants oder in der Landwirtschaft.

Schlepper-Banden organisieren Reise

Eine ähnliche Entwicklung stellt das Grenzwachtkorps (GWK) fest: Seit Anfang Jahr haben Grenzwächter 369 kosovarische Staatsangehörigewegen des Verdachts auf illegalen Aufenthalt verhaftet. Das geht aus einer detaillierten Spezialstatistik hervor, die das GWK seit Anfang 2015 erstellt. Damit gehören Kosovaren seit ein paar Wochen zu denjenigen Staatsangehörigen, die in der Schweiz am häufigsten gegen das Ausländergesetz verstossen, heisst es im Artikel.

Die Behörden gehen davon aus, dass hinter der illegalen Migration internationale Schlepper-Banden stehen. Diese würden oft aus Clans von Landsleuten bestehen und meist aus dem Ausland operieren. (nch)

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