Prävention
Videos und E-Learning gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Die Schweizerische Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten (SKG) hat ein neues Präventionsangebot zur Bekämpfung sexueller und sexistischer Belästigung am Arbeitsplatz entwickelt.

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Das Bundeshaus wird am Donnerstag anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen orange beleuchtet. (Symbolbild)

Das Bundeshaus wird am Donnerstag anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen orange beleuchtet. (Symbolbild)

Keystone

(agl) Arbeitgebende sind gesetzlich verpflichtet, die Gesundheit ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu schützen und sexuelle und sexistische Belästigung zu verhindern. Gerade kleineren Unternehmen fehle es aber oft an den notwendigen Ressourcen, um Präventionsmassnahmen umzusetzen, schreibt die SKG in einer Mitteilung vom Dienstag. Die Gleichstellungsbeauftragten haben deshalb ein «Präventions-Kit für einen belästigungsfreien Arbeitsplatz» erarbeitet. Dieses können Unternehmen kostenlos verwenden.

Das Präventions-Kit besteht aus verschiedenen Unterlagen zur Information sowie aus Videos und einem E-Learning-Tool. Ziel der Instrumente sei es, dass die Erscheinungsformen sexistischer Belästigung erkannt werden. Weiter zeigt die SKG den Firmen die gesetzlichen Bestimmungen und Handlungsmöglichkeiten auf. «Mit dem Kit sollen Unternehmen dazu ermutigt werden, sexuelle und sexistische Belästigung zu thematisieren, Abläufe zu implementieren und interne oder externe Anlaufstellen zu benennen», schreibt die SKG.

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen: Aktionen in der Schweiz

Am Donnerstag, 25. November, findet der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen statt. Das Schweizer Frauenstreikkollektiv kündigt in dem Zusammenhang verschiedene Aktionen und Kundgebungen an. Dabei werden von der Politik und den Unternehmen unter anderem die Schaffung und Finanzierung von Präventionsmassnahmen gefordert.

Weiter müsse das Strafrecht angepasst werden, schreibt die Frauenstreikkoordination Deutschschweiz in einer Mitteilung vom Dienstag. «Heute muss ein Zwang nachgewiesen werden, damit eine Vergewaltigung von der Justiz anerkannt wird», kritisiert das Kollektiv. Die Frauen fordern unter anderem, dass «das Fehlen von Zustimmung zum ausschlaggebenden Punkt von Vergewaltigung definiert wird».

Auch der Bund will am Donnerstag auf das Thema aufmerksam machen. Ab 17 Uhr werden das Bundeshaus und weitere öffentliche Gebäude in der Symbolfarbe Orange beleuchtet. Die Initiative solle ausserdem «an die Nulltoleranz der Behörden gegenüber Gewalt gegen Frauen – auch in Zeiten der Pandemie» erinnern, wie das Eidgenössische Departement des Innern in einer Mitteilung schreibt.

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