Das Kreisgericht St. Gallen hat am Dienstag eine 47-jährige Deutsche wegen jahrelangem Missbrauch an ihrem Sohn zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten verurteilt. Die Haftstrafe wird zugunsten einer Psychotherapie aufgeschoben.

Die Beschuldigte war der mehrfachen sexuellen Handlungen mit ihrem Kind sowie der Herstellung und Verbreitung verbotener Pornografie angeklagt. Das Kreisgericht St. Gallen stimmte am Dienstag im abgekürzten Verfahren der Einigung zwischen der Staatsanwaltschaft, der Verteidigung und der Anwältin des Sohnes zu, wie das St. Galler Tagblatt berichtet.

Der Beschuldigten wird unter anderem vorgeworfen, im Juni 2012 ihren damals knapp zehnjährigen Sohn dazu angehalten zu haben, sie im gemeinsamen Wohnzimmer mit einem Vibrator zu befriedigen. Die Frau machte davon mit einem Selbstauslöser mehrere Aufnahmen und verbreitete das Bildmaterial.

Gemäss Anklageschrift hat die Mutter ausgesagt: «Ich will ein Kind von meinem Sohn. Ich bin unsittlich/unmoralisch, deshalb wurde ich in eine sittliche/moralische Familie geboren. Ich habe für mich und meinen Sohn eine perfekte Situation eingerichtet."

Ihr unrechtmässiges Handeln war der Mutter bewusst: «Ich dachte, dass das nichts für Kinderaugen sei. Dann muss es ihn aber wiederum auf eine liberalere Weise erziehen, als was ich bei meinen Eltern je erlebt habe.»