Kampfhunde

Verurteilter Kampfhundebesitzer mit Tier in den Aargau geflüchtet?

Zürcher Kampfhundebesitzer weichen in Aargau aus

Zürcher Kampfhundebesitzer weichen in Aargau aus

Wegen dem verschärften Zürcher Hundegesetz zieht es Kampfhundebesitzer in den Aargau. CVP-Grossrat Peter Voser behauptet, dass ein verurteilter Kampfhundebesitzer mit seinem Tier in der Aargau auswich. In Zürich wurde ihm der Hund weggenommen.

Der «Kampfhunde-Tourismus» ist Peter Voser ein Dorn im Auge. Gemäss dem Chef der CVP-BDP-Fraktion im Grossen Rat haben sich jüngster Vergangenheit vermehrt Kampfhundebesitzer im Ostaargau angesiedelt, die im Kanton Zürich keine Haltebewilligung für ihre Vierbeiner erhalten haben.

Eine solche wird Zürcher Hundehaltern unter anderem verweigert, wenn sie wegen Gewalt- oder Drogendelikten vorbestraft sind. Voser behauptet nun gegenüber Tele M1, einen konkreten solchen Fall zu kennen.

Interpellation eingereicht

Voser stützt sich bei seiner Aussage zur angeblichen Kampfhunde-Invasion im Aargau auf «Angaben von Angehörigen der Regionalpolizei Spreitenbach», wie er sagt. Polizeichef Werner Bertschi kann auf Anfrage denn auch den konkreten Fall eines Mannes bestätigen, der – nachdem ihm in Zürich die Haltebewilligung für sein Tier entzogen wurde – nach Spreitenbach gezügelt ist.

Der Kanton, so fordert Grossrat Voser, soll in Sachen «Kampfhunde-Tourismus» nun Klarheit schaffen. In einer Interpellation, die Voser gestern zusammen mit Fraktionskollege Bernhard Guhl von der BDP eingereicht hat, verlangt der CVP-Mann vom Regierungsrat Auskunft darüber, wie viele «Halter von Hunden mit erhöhtem Gefährdungspotenzial gemäss Zürcher Hundegesetz» seit 2009 vom Kanton Zürich in den Aargau gezogen sind.

Auch will Voser wissen, ob es zu «Meldungen wegen übermässigem Aggressionsverhalten von Hunden dieser zugezogenen Halter» gekommen sei.

Der Aargau kennt keine Regelungen

Im Kanton Zürich gilt seit dem 1. Januar ein faktisches Kampfhundeverbot - Erwerb, Zucht und Zuzug von gewissen Hunderassen ist nicht mehr erlaubt. Für Tiere, die schon vor dem Verbot in Zürich gemeldet waren, musste bis zum 31. März eine Haltebewilligung eingeholt werden. Der Regierungsrat des Kantons Solothurn liebäugelt mit einem ähnlichen Gesetz. Und im Baselbiet gibt es ebenfalls eine Bewilligungspflicht für Kampfhunde.

Der Aargau indessen kennt noch keine Bestimmungen bezüglich der gefährlichen Vierbeiner. CVP-Grossrat Voser wünscht sich allerdings auch keine kantonale Lösung, sondern eine einheitliche Regelung auf Bundesebene, wie er auf Anfrage sagte. «Alles andere macht keinen Sinn.» (bau)

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