Nun zeigt sich: 14’000 Patienten sind gemäss Berechnungen des Branchenverbands Intergenerika in der Schweiz betroffen, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.

Viele von ihnen dürften sogar noch solche Medikamente zu Hause haben. Denn der Rückruf der schädlichen Tabletten erfolgte nicht direkt an die Patienten, sondern nur bei den Ärzten und Apotheken.

Swissmedic wollte vermeiden, dass Patienten ohne Rücksprache mit ihrem Arzt die Therapie abrupt abbrechen. Dass weltweit Millionen von Menschen verunreinigte Blutdrucksenker erhielten, wirft ein Schlaglicht auf die führende Stellung chinesischer Firmen als billige Zulieferer in der globalisierten Pharmaindustrie. Alle Generika-Firmen hatten beim gleichen Lieferanten den Wirkstoff eingekauft.

Der Verdacht steht im Raum, dass die Ware schon seit 2012 kontaminiert war. Recherchen der «NZZ am Sonntag» zeigen nun, dass Inspektoren der amerikanischen Aufsichtsbehörde für Medikamente FDA diesen Lieferanten wegen lascher Qualitätssicherung 2016 und 2017 scharf gerügt haben.