Louis Probst

Freitagabend kurz nach acht Uhr. Im Gemeindehaus Hottwil brennt Licht. Nicht mehr ganz selbstverständlich, seit die Verwaltung aus- und der künftige Mieter, das Ingenieurbüro Waldburger und Partner AG, noch nicht eingezogen ist. Langsam treffen Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ein. Auch eine zutrauliche, getigerte Katze scheint es ins Gemeindehaus zu ziehen. Schliesslich steht, wie Gemeinderat Bernhard Kohler lächelnd sagt, «ein historischer Moment» bevor. Gemeindeschreiber Stefan Roshardt trägt eine Kiste mit Akten ins Haus. Das Lokal im Obergeschoss füllt sich. Punkt 20.30 Uhr schliesst Barbara Keller - die wie man später erfahren wird, nach 36 Amtsjahren letztmals als Stimmenzählerin amtet - die Tür und Gemeindeammann Robert Keller begrüsst.

Gerüstet für die gemeinsame Zukunft

«Ein strenges Jahr geht dem Ende entgegen», stellt er fest. «Wir dürfen aber mit Stolz sagen, dass der Gemeinderat des Ortsteils Hottwil seine Aufgaben bis zuletzt erfüllt hat. Wir können beruhigt der Zukunft entgegengehen.» Und diese Zukunft liegt in der neuen Gemeinde Mettauertal und damit im Bezirk Laufenburg.

Zügig werden die letzten Geschäfte abgewickelt. Zwei Kreditabrechnungen. Der Beschluss über die Revision der Nutzungsplanung Siedlung. Bei den Satzungen der Kreisschule Regio Laufenburg meint eine Versammlungsteilnehmerin halblaut: «Wen interessiert das schon? Das ist ja nur noch pro forma.» Ist es aber nicht. Jedenfalls deutet auch bei der Behandlung dieses Traktandums nichts darauf hin, dass hier die letzte Gemeindeversammlung der noch bis Ende Jahr selbstständigen Gemeinde Hottwil abgehalten wird. Nach 25 Minuten sind alle Beschlüsse gefasst. Jetzt geht es an die Verabschiedungen.

Gemeindeammann Robert Keller dankt all den unzähligen Frauen und Männern, die sich in allen möglichen Bereichen und teilweise über lange Zeit für das reibungslose Funktionieren des Gemeinwesens eingesetzt haben und das zum Teil auch für die neue Gemeinde weiterhin tun werden.

Die Aufzählung ist beeindruckend. Sie reicht, um nur einige Funktionen zu nennen, von der Frau Vizeammann bis zum Stellvertreter des Feldwegaufsehers und über den Stellvertreter des Brunnenmeisters zurück bis zum Gemeindeschreiber. Gemeindeammann Robert Keller wird von Frau Vizeammann Martha Friedli verabschiedet. Er erhält eine rote Miniatur-Gartenbank. Auf dem Original wird er wohl noch nicht sehr oft Platz nehmen können. Robert Keller stellt sich der neuen Gemeinde Mettauertal als Vizeammann zur Verfügung.

Blick nach vorne

«Es war eine gefreute Arbeit in Hottwil», betont Robert Keller. «Es gab selten einen Dämpfer für den Gemeinderat. Ich habe auch selten eine Sitzung gehabt, nach der ich nicht habe schlafen können. Wenn aber das Team nicht funktioniert hätte, hätte man es nicht so lange ausgehalten. Man war nicht immer einer Meinung Aber man konnte miteinander reden und so vorwärts- kommen.»

Und vorwärts - in die Zukunft - gerichtet sind auch seine Erwartungen an die Hottwiler Bevölkerung: «Seid weiterhin aktiv. Helft mit, dass die neue Gemeinde gut starten und funktionieren kann. Bringt euch ein und orientiert euch bei kritischen Entscheiden an der Zukunft. Ich bin überzeugt, dass die fünf Gemeinden mit dem Zusammenschluss den richtigen Weg gewählt haben.»

Um 21.50 Uhr ist die Versammlung zu Ende; die letzte Hottwiler Gemeindeversammlung Geschichte. Die meisten Stimmbürgerinnen und Stimmbürger folgen der Einladung des Gemeinderates zu einem Kaffee im «Bären».