"Die Verstärkung der Nutzerfinanzierung ist untrennbar mit dem auch von der Branche unterstützten Fabi-Konzept verbunden, schreibt das Verkehrsdepartement auf Anfrage der "NZZ am Sonntag" und äussert gleichzeitig Befremden darüber, dass die Branche daran nun rütteln will.

Mit seiner Forderung, so heisst es, stelle der Verband öffentlicher Verkehr ein Vorgehen infrage, das von Bundesrat, Parlament und dem Stimmvolk so beschlossen worden sei.

Verkehrsministerin Doris Leuthard zweifelt auch an den Argumenten, mit denen die ÖV-Branche ihren Antrag begründet hat. Diese fürchtet, dass die Bahn Kunden verliert, wenn sie ihre Preise erhöhen muss, das Autofahren aber wegen des schwachen Euro und des billigen Benzins günstiger wird.

"Das Argument des ungünstigen Zeitpunkts wegen der Entwicklung von Erdölpreis, Euro-Kurs, Strassenfahrzeug-Effizienz oder Neuwagenpreis überzeugt nicht", schreibt das Verkehrsdepartement dazu. "Es lässt eher vermuten, dass hier auf einen fahrenden Zug aufgesprungen wird."

Wird die Nutzerfinanzierung wie geplant auf 2017 umgesetzt, dürften die Tarife per Dezember 2016 um rund 3 Prozent steigen.