Lernfahrer

Verkehrsministerin Doris Leuthard macht Jugendlichen ein umstrittenes Geschenk

Bis Ende Jahr will Leuthard das Geschäft noch durchbringen.

Bis Ende Jahr will Leuthard das Geschäft noch durchbringen.

Nächstes Jahr könnten bereits 17-Jährige auf den Strassen fahren – in Begleitung eines Erwachsenen. Dafür will Doris Leuthard sorgen. Das ist umstritten, denn Junglenker bauen die meisten Unfälle.

Ab nächstem Jahr dürfen wohl bereits 17-Jährige als Lernfahrer mit einer Begleitperson auf dem Beifahrersitz ans Steuer. Die Folge: Jugendliche können den Führerschein dank dieser Neuerung künftig ein halbes Jahr früher machen als heute. Verkehrsministerin Doris Leuthard will die umstrittene Senkung des Mindestalters noch kurz vor ihrem Rücktritt Ende Jahr per Verordnungsänderung vom Gesamtbundesrat bewilligen lassen, wie Nachforschungen von SonntagsZeitung.ch ergaben und wie Leuthards Departement bestätigt.

Damit brüskiert Leuthard eine breite Gegnerschaft. Die Gegner kritisieren, dass Leuthard das Geschäft Tage vor ihrem Rücktritt durchdrücken wolle, weil ihr Nachfolger anders entscheiden könnte. Es sei Leuthards Abschiedsgeschenk an die Autolobby, heisst es. Im September wollten noch 30 von 48 Ständeräten aller grossen Parteien die Senkung des Mindestalters für Lernfahrer mit einer Motion auf Gesetzesebene verhindern.

Doch Leuthard hat sie nun mit einem geschickten Deal zum Schweigen gebracht. «Mir ist schleierhaft, wie die 30 Ständeräte über Nacht plötzlich ihre Meinung ändern konnten», sagt Roadcross-Stiftungsrat, Zürcher Fahrlehrerpräsident und FDP-Politiker Willi Wismer. Und Grünen-Präsidentin Regula Rytz sagt: «Es ist unglaublich, dass die Verkehrsministerin gegen den Willen der Fachverbände und der Verkehrssicherheitsexperten das Mindestalter für Lernfahrer auf 17 Jahre absenken will.»

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