Frankreich

Verkehrschaos im Ärmelkanal wegen Fischerprotesten in Frankreich

Protest gegen die geltenden Fangquoten

Protest gegen die geltenden Fangquoten

In Nordfrankreich haben hunderte Fischer aus Protest gegen die geltenden Fangquoten mehrere Häfen blockiert. Sie lösten damit ein Verkehrschaos im Ärmelkanal aus. Von einem Gerichtsurteil, das die Aufhebung der Blockade fordert, zeigten sie sich unbeeindruckt

Das Gericht in Boulogne-sur-Mer ordnete Geldbussen von bis zu 5000 Euro pro Stunde und pro Schiff an, sollte die Blockade aus Protest gegen die geltenden Fangquoten nicht aufgegeben werden, wie der Anwalt von französischen und britischen Fährgesellschaften, Gerard Barron, sagte.

"Wir heben überhaupt nichts auf. Wir bleiben dort, wo wir sind", sagte der Gewerkschaftschef der Fischer von Boulogne-sur-Mer, Marc Perrot.

Die britische Fährgesellschaft "P and O" hatte zuvor angekündigt, sie werde Schadenersatz von den französischen Behörden fordern. Hunderte Menschen sassen fest, weil auf der sonst vielbefahrenen Verbindung mit Dover kein Fährverkehr möglich war.

Führende Gewerkschaftsmitglieder bei der französischen Fährgesellschaft "SeaFrance" kündigten an, sie würden ab Donnerstag "aus Solidarität" den Tunnel unter dem Ärmelkanal blockieren, wenn die Fischer sich bis dahin nicht mit der Regierung geeinigt hätten.

Die nordfranzösischen Fischer blockierten die Häfen seit Dienstagnachmittag. Während Boulogne-sur-Mer tonnenmässig der grösste französische Fischereihafen ist, ist Dünkirchen der zweitgrösste Frachthafen des Landes und Calais der wichtigste Hafen für den Passagierverkehr nach Grossbritannien und Irland.

Die Quoten, die den Fischfang beschränken, werden auf Ebene der Europäischen Union festgelegt. Fischerverbände kritisieren sie regelmässig als zu niedrig, Umweltschützer halten sie dagegen für zu hoch.

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