Verkauft Erlinsbach BBA-Aktien?

Erlinsbach AG soll auf Antrag des Gemeinderates seine Aktien am Busbetrieb Aarau verkaufen. (Bild: AZ-Archiv)

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Erlinsbach AG soll auf Antrag des Gemeinderates seine Aktien am Busbetrieb Aarau verkaufen. (Bild: AZ-Archiv)

Nach der Gemeinde Suhr will jetzt auch Erlinsbach AG seine BBA-Aktien loswerden und der Stadt Aarau zum Kauf offerieren. Entscheiden wird die Gemeindeversammlung vom 19. Juni.

Hermann Rauber

Weil der Kanton Aargau nach der Revision des Gesetzes über den öffentlichen Verkehr in eine Doppelrolle als Besteller und Eigentümer geraten ist, will er seinen Aktienanteil am Busbetrieb Aarau (BBA) im Umfang von knapp 11 Prozent verkaufen. Ein gleiches Vorgehen hat auch die Gemeinde Suhr beschlossen. Der gemeinsame Verkauf der Aktien an einen Dritten kommt nicht mehr infrage, hat doch der Aarauer Souverän im letzten Herbst die Volksinitiative «Der BBA gehört uns allen!» angenommen. Damit sind dem Stadtrat für den Verkauf von Aktien die Hände gebunden, er ist sogar gehalten, auf den Markt gelangende Anteile zu übernehmen.

Einfluss «zu gering»

Der Erlinsbacher Gemeinderat will jetzt analog zu Suhr die BBA-Aktien (3,48 Prozent des gesamten Kapitals) loswerden. Der Aktienanteil sei für eine Einflussnahme «zu gering» und deshalb auch für die Fahrplanleistungen «nicht relevant», argumentiert die Behörde. Die Aktienanteile würden lediglich Kapital binden, das die Gemeinde «für andere Aufgaben besser einsetzen kann». Zudem werfe die Beteiligung am Busbetrieb Aarau keinen Ertrag ab.

Während man in anderen Gemeinden, nicht zuletzt auch im Niederamt, noch abwartet, will Erlinsbach AG jetzt ein Zeichen setzen. Das letzte Wort zum Verkauf der BBA-Aktien hat das Volk an der Gmeind vom 19. Juni. Die Stadt Aarau käme mit einem Kauf der Erlinsbacher Aktien (geboten sind 1111 Stück zu je 240 Franken) zusammen mit den Anteilen des Kantons Aargau, der Fusionsgemeinde Rohr und dem Nachbar Suhr auf einen Anteil deutlich jenseits der 50-Prozent-Grenze.

Um Aktien, allerdings um jene des Energieunternehmens IBAarau AG, geht es bei einem weiteren Gmeindstraktandum in der Mehrzweckhalle Kretz. Im Rahmen der Konzessionserneuerung über die Stromlieferung wird eine «Treueprämie» fällig, die entweder als Barzahlung oder in Form von Aktien der IBAarau bezogen werden kann. Aus Sicht des Erlinsbacher Gemeinderates «macht es keinen Sinn, ein Aktienpaket zu übernehmen».

Eine «strategische Einflussnahme» sei wegen der Geringfügigkeit des Anteils nicht möglich, auch die Rendite sei betragsmässig «nicht von Belang». Der Gemeinderat stellt deshalb der Versammlung den Antrag, die einmalige Prämie als Barzahlung in Höhe von 535 859 Franken dankend entgegenzunehmen. Das Geld könne, so die Behörde, für die Tilgung von Schulden vewendet werden, was den Erlinsbacher Finanzhaushalt nachhaltig entlaste.

Verkauf der Kilbigwiese

Den gleichen Effekt haben dürfte die Absicht, Bauland auf der Kilbigwiese zu verkaufen. Dies entspricht der gemeinderätlichen Strategie, Baulandflächen an guten Wohnlagen etappenweise zu versilbern. Damit könne man nicht nur den Steuerfuss konstant bei 98 Prozent halten, sondern auch Einfluss auf die bauliche Entwicklung von Erlinsbach nehmen. In dieser Absicht will der Gemeinderat vom Volk die Kompetenz, die 76 Aren grosse Parzelle, die in der Zone W3 liegt, zu veräussern. Man geht dabei von einem Erlös von mindestens 450 Franken pro Quadratmeter aus. Entstehen sollen auf der Kilbigwiese Mehrfamilienhäuser, die sich harmonisch in das bestehende Quartierbild einfügen.

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