Der Richter verlas die Anklage gegen den jungen Nigerianer, der nach Augenzeugenberichten sichtlich niedergeschlagen wirkte. Eine Grand Jury (Anklagekammer) hatte den 23-Jährigen zuvor in sechs Punkten angeklagt, darunter wegen versuchten Einsatzes einer Massenvernichtungswaffe und versuchten Mordes.

Der gesamte Gerichtstermin dauerte weniger als fünf Minuten. Zeugen berichteten anschliessend, Abdulmutallab habe die Anklage mit hängenden Schultern vernommen. Auf die Frage des Richters, ob er unter Medikamenten stehe, habe er geantwortet, dass er Schmerzmittel nehme, der Anklage aber folgen könne.

Vor dem Gerichtsgebäude hatte sich in klirrender Kälte eine Gruppe von Muslimen mit Spruchbändern und US-Flaggen versammelt, um sich ausdrücklich von Terroraktionen zu distanzieren.

Abdulmutallab droht im Fall eines Schuldspruchs lebenslange Haft. Bis zur Prozesseröffnung könnte es aber noch Monate dauern. In den meisten grösseren Justizfällen folgt auf die Anklageverlesung noch eine Reihe von gerichtlichen Anhörungen, bevor schliesslich das Hauptverfahren beginnt.

Dieses dürfte nach Experteneinschätzung relativ kurz werden, weil die Beweislage klar sei: Abdulmutallab sei schliesslich auf frischer Tat ertappt worden.

Der Angeklagte hatte am ersten Weihnachtstag versucht, in einer aus Amsterdam kommenden Delta/Northwest-Maschine kurz vor der Landung in Detroit einen Sprengsatz zu zünden und dabei selber Verbrennungen erlitten. Den Sprengstoff hatte er in seiner Unterwäsche an Bord geschmuggelt. Er war von Mitreisenden überwältigt worden.