Der letzte Woche in Frankreich verhaftete CERN-Physiker könnte auch Lehrbeauftragter an der ETH Lausanne sein. Ob es sich tatsächlich um denselben Mann handelt, ist noch unklar. "Wir sind aber zu 95 Prozent sicher, dass er es ist", sagte ETH-Mediensprecher Jérome Grosse.

Unklarheit darüber herrscht, weil die Bundespolizei (fedpol) der ETH Lausanne (EPFL) bis anhin den Namen des verdächtigten Physikers noch nicht genannt hat. Diesem wird vorgeworfen, über Internet mit Personen in Kontakt zu stehen, die der nordafrikanischen Al-Kaida (Alqim) nahe stehen.

Vorsorglich sei der Arbeitsplatz, wo sich auch der Computer des Verdächtigen befindet, abgeriegelt worden, sagte Grosse. Seit einiger Zeit sei der Mann jedoch krankgeschrieben. Die in Frage kommende Person gibt jeweils einen Tag pro Woche an der ETH Lausanne Unterricht.

Nicht zum ersten Mal wird ein Physiker des europäischen Teilchenforschungszentrum CERN verdächtigt, in Kontakt mit Terroristen zu stehen. Vor rund 15 Jahren wurde Mourad Dhina verdächtigt, Kopf der algerischen Islamisten in der Schweiz zu sein.

Die Polizei verdächtigte Dhina des Waffenhandels mit Algerien. Verurteilt werden konnte er deswegen jedoch nie. 2002 wurde er zudem zum Chef des Exekutivbüros der Islamischen Heilspartei FIS gewählt. Bundesbern verbot ihm darauf hin, Propaganda zu verbreiten und drohte ihm mit der Ausweisung. Dhina akzeptierte dies.