Städte haben in der Schweiz eine grosse Bedeutung. Rund drei Viertel der Bevölkerung leben in der Agglomerationen. Zählt man auch die Einwohner der Gemeinden mit städtischem Charakter dazu, sind es sogar 84  Prozent der Schweizer. Deshalb setzt sich der Schweizerische Städteverband für die Städte ein und publiziert dazu regelmässig die umfangreiche "Statistik der Städte" mit Daten aus 173 Städten und städtischen Gemeinden. Am Dienstag erschien die 77. Auflage, an der auch das Bundesamt für Statistik mitgearbeitet hat.

Grossstädter leben auf klein(er)em Fuss

Im Zentrum der neusten Ausgabe steht die Politik. Sie liefert aber auch spannende Zahlen aus allen möglichen anderen Bereichen des städtischen Lebens etwa zur Wohnsituation: Wie viele Quadratmeter Wohnfläche beanspruchen die Städter pro Person, wie viele Personen leben in einer Wohnung und wie viele Wohnungen stehen in den Städten leer?

Wechseln Sie zwischen den verschiedenen Kategorien hin und her, um herauszufinden, wie die Städter in der Nordwestschweiz leben.

Der Durchschnitssschweizer beansprucht 45 Quadratmeter Wohnfläche für sich. Mehr Platz gönnt man sich vor allem in wohlhabenden und zentrumsnahen Gemeinden wie etwa Meilen oder Zollikon. Am wenigsten Wohnfläche beanspruchen die Einwohner von Meyrin, Renens, Vernier und Zermatt. Auch in Schweizer Grossstädten lebt man auf kleinerem Fuss, durchschnittlich stehen 39 Quadratmeter pro Person zur Verfügung.

Gesamtschweizerisch hat sich der Leerwohnungsbestand von 1,08  Prozent auf 1,19 Prozent erhöht. Am wenigsten freie Wohnungen finden sich in Muttenz, wo weniger als ein Promille aller Wohnungen leerstehen. Sehr tief ist die Leerwohnungsziffer auch in den Grossstädten mit durchschnittlich 0,36 Prozent. In Basel liegt sie bei 0,31 Porzent, in Zürich sogar nur bei 0,22 Prozent. Ganz anders sieht es in Zuchwil (5,73 %), Langenthal (5,13 %) und Porrentruy (4,71 %) aus, wo rund jede zwanzigste Wohnung leersteht.

Verdichtung bringt Grünflächen

Die grösste bauliche Verdichtung weisen Grossstädte auf. In den sechs grössten Schweizer Städten, darunter Basel und Zürich, sind 46  Porzent der verbauten Fläche vom Gebäude- und Industrieareal sowie vom Verkehr beansprucht. Zu Letzteren zählen sämtliche Flächen, die vom rollenden und ruhenden Verkehr auf Strasse und Schiene sowie von der Luftfahrt beansprucht werden. Mit der Bevölkerungszahl wird in Städten auch die bebaute Fläche kleiner: Während bei Städten mit 50 000 bis 99 999 Einwohner sowie bei Städten mit einer Einwohnerzahl zwischen 20 000 und 49 999 der Anteil verbauter Fläche bei rund 30  Prozent liegt, sinkt dieser bei Städten mit weniger als 20 000 Einwohner auf unter 20 Prozent.

Grosse Städte bieten mehr Platz für Grünflächen, dafür haben kleinere Städte mehr landwirtschaftlich genutzte Fläche.

Städte mit hoher baulicher Verdichtung schaffen dafür mehr Erholungsgebiete und Grünflächen wie Sportanlagen, Schrebergärten und Parks als Städte mit einem kleineren Anteil verbauter Fläche. In den Grossstädten beträgt der Anteil solcher Areale rund 7,5  Prozent der Gesamtfläche, während der Anteil bei Städten mit weniger als 10 000 Einwohnern bei nur rund einem Prozent liegt. Dafür steigt dort der Anteil landwirtschaftlich genutzter Flächen. Am meisten Erholungs- und Grünanlagen gibt es in Genf (16 %), Birsfelden (15 %), Onex und Münchenstein (je 13 %).