Musik

Verdacht auf Schiebung bei der Schweizer Hitparade

Die Weko nimmt die Schweizer Hitparade unter die Lupe (Symbolbild)

Die Weko nimmt die Schweizer Hitparade unter die Lupe (Symbolbild)

Die Wettbewerbskommission (Weko) prüft eine Beschwerde des digitalen Musikvertriebs iMusician. Letzterer verdächtigt den Dachverband der Ton- und Tonbildträgerhersteller IFPI, bei der Erstellung der Schweizer Hitparade die Major Labels zu bevorzugen.

Weko-Vizedirektor Patrik Ducrey bestätigte am Sonntag gegenüber der SDA entsprechende Berichte der "NZZ am Sonntag" und der "SonntagsZeitung". Die Beschwerde werde zur Zeit abgeklärt, ein formelles Verfahren sei aber noch nicht eröffnet.

Der Verdacht, dass die "Offizielle Schweizer Hitparade" nicht die tatsächlichen Verkaufsergebnisse widerspiegelt, kam den Beschwerdeführern, nachdem der Song "Slow down. Take it easy" der Band "Da Sign & The Opposite" trotz hervorragenden Online-Verkäufen nicht in der "Offiziellen Hitparade" erschien, sagte Tobias Wirz von iMusician der SDA.

Geheime Hitparaden-Kriterien

Nach welchen Kriterien die Hitparade erstellt wird, wird laut Wirz vom IFPI geheim gehalten. Die mächtigsten IFPI-Mitglieder, Major Labels wie Sony, Universal, Warner und EMI, sorgten mit unlauteren Mitteln dafür, dass ihre Produkte bevorzugt werden, vermutet Wirz.

Einen Antrag von iMusician, in den Dachverband aufgenommen zu werden, wurde abgelehnt. "Uns wurde nur mitgeteilt, dass wir die Bedingung, dass zwei bis drei bisherige Mitglieder unseren Vertrieb kennen müssen, nicht erfüllen".

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