Schweiz

Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen wieder erlaubt – Ende der 5er-Regel

Am Mittwoch gab Gesundheitsminister Alain Berset weitere Lockerungsschritte bekannt.

Am Mittwoch gab Gesundheitsminister Alain Berset weitere Lockerungsschritte bekannt.

Am Mittwoch hat der Bundesrat weitgehende Lockerungsschritte bekanntgeben. Dabei geht er in manchen Bereichen weiter als zunächst geplant. Der Bundesrat appellierte an die Eigenverantwortung.

(rwa) «Die Schweiz ist in den letzten Tagen aufgeblüht», erklärte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga am Mittwoch vor den Medien in Bern. Nun könnten die Menschen all die Dinge wieder geniessen, die im Lockdown nicht möglich waren. Es gehe jedoch weiterhin darum, keine unnötigen Risiken einzugehen.

Die meisten Lockerungsschritte waren bereits im Vorfeld der Bundesratssitzung durchgesickert. Private und öffentliche Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen sind ab dem 6. Juni wieder erlaubt. Dazu zählen etwa Konzerte, Theatervorstellungen und Filmvorführungen, aber auch politische Kundgebungen. Gelockert hat der Bundesrat auch das Versammlungsverbot. Per Ende Mai wird die Obergrenze von fünf auf 30 Personen erhöht.

Wieder öffnen dürfen am 6. Juni Bergbahnen, Campingplätze, Zoos und Schwimmbäder. In Restaurants können wieder mehr als vier Personen an einem Tisch sitzen. Allerdings müssen sie dann ihre Kontaktdaten hinterlegen. Präsenzlisten sind auch Pflicht bei Discos und Nachtclubs. Mittel-, Berufsschulen und Hochschulen können wieder ihren Präsenzunterricht aufnehmen.

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Situation unter Kontrolle

Der Bundesrat hat am Mittwoch auch beschlossen, die ausserordentliche Lage gemäss Epidemiengesetz auf den 19. Juni 2020 zu beenden. Mit der Rückkehr zur besonderen Lage wird auch die Rolle des Parlaments und der Kantone wieder gestärkt.

Grund für die raschere Lockerung ist gemäss Bundesrat die positive epidemiologische Entwicklung. «Heute haben wir die Situation unter Kontrolle», betonte Gesundheitsminister Alain Berset. Diese ersten beiden Lockerungen hätten keinen Anstieg der Coronafälle zur Folge gehabt.

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Ab dem 6. Juni dürfen Kinos wieder öffnen. Noch sind aber viele Fragen zu den Schutzmassnahmen offen. Marisa Suppiger, Leitung Kino Kosmos in Zürich, gibt Auskunft.

Eigenverantwortung und Contact-Tracing

Laut Berset ist der heutige Schritt aber an klare Bedingungen geknüpft. Für alle Einrichtungen und Veranstaltungen müsse ein Schutzkonzept vorhanden sei. Wo es zu engen Kontakten kommt, wird das Contact-Tracing umso wichtiger. «Es ist das beste Mittel, um die Rückverfolgbarkeit zu sichern», sagte Berset weiter.

Der Bundesrat setzt dabei weiterhin auf die Eigenverantwortung. «Nun liegt es an den Betreibern, dafür zu sorgen, dass das Ansteckungsrisiko möglichst gering bleibt», sagte Sommaruga dazu. Bei jedem Einzelnen liege zudem die Verantwortung, die Hygieneregeln einzuhalten und wenn nötig eine Maske zu tragen. Der Bundesrat empfiehlt Arbeitgebern weiter, wo möglich im Homeoffice zu arbeiten, auch um Spitzenauslastungen im öffentlichen Verkehr zu vermeiden.

Bundesrat Berset wandte sich auch an die Risikogruppe. «Viele ältere Menschen sind lange diszipliniert geblieben», lobte er. Sie sollten nun wieder am öffentlichen Leben teilnehmen und sich auch wieder um ihre Enkelkinder kümmern können.

Weitere Entscheide in einem Monat

Noch keine Lockerung gibt es für Veranstaltungen mit mehr als 300 Personen. Dafür ist es aus Sicht des Bundesrat noch zu früh. «Wir schauen das am 24. Juni nochmals an», sagte Berset. Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen bleiben bis Ende August verboten. Das hatte die Landesregierung bereits früher beschlossen.

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