Vor zwei Jahren hatte eine knappe Mehrheit der Bevölkerung den Vorschlag bereits einmal abgelehnt. Umfragen zufolge könnte das Referendum diesmal knapp zugunsten von Chávez ausgehen.

Der Protestmarsch unter dem Slogan "Nein ist Nein" war der grösste seit mehr als einem Jahr und zog sich vom Rand des grössten Armenviertels der Hauptstadt bis in einen reichen Geschäftsbezirk. Nach Angaben der Organisatoren nahmen mehr als 200 000 Menschen an der Demonstration teil.

Viele Teilnehmer trugen T-Shirts mit dem Aufdruck "Auch ich will Präsident werden" und schwenkten die Nationalflagge in den Farben Rot, Gelb und Blau. Strassenhändler verkauften Gasmasken an die Menschen. In den vergangenen Wochen war es bei kleineren Protesten häufig zu Zusammenstössen mit der Polizei gekommen.

"Hinter dieser Reform verbirgt sich der Beginn eines Staates mit einem kommunistischen System nach Castros Art", sagte Manuel Rosales, ein ehemaliger Präsidentschaftskandidat. Chávez hat wiederholt erklärt, er werde das viertgrösste Ölexport-Land nach dem Vorbild des kommunistischen Kuba unter dem früheren Staatschef Fidel Castro umgestalten.

Der 51-Jährige Präsident hat in seinen zehn Amtsjahren Unternehmen verstaatlicht und die Ausgaben für Gesundheits- und Sozialsystem erhöht. Zudem hat der scharfe Kritiker der USA seine Macht nach und nach erweitert sowie zahlreiche Führungspositionen mit engen Verbündeten besetzt.