In der Schweiz seien laut dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) rund 1,6 Millionen Menschen von Strassenlärm über dem gesetzlich festgelegten Grenzwert betroffen, teilte der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) am Mittwoch mit. Lärm sei nicht nur lästig. Er mache auch krank und habe Schlafstörungen und Stress zur Folge.

Seit Ende März seien Strassen mit Lärm über dem gesundheitsschädlichen Ausmass ausserdem illegal. Doch die Behörden hätten es während über 30 Jahre versäumt, diese entsprechend zu sanieren. Die Kantone könnten zum Teil nicht einmal über den Stand der Arbeiten informieren.

Auch der Bund sei seiner Aufsichtspflicht nicht nachgekommen. Denn gemäss der Lärmschutzverordnung müsste er von den Kantonen jährlich Zahlen zum Stand der Umsetzung einfordern. "Das ist offensichtlich nicht geschehen", wird VCS-Vizepräsidentin Lisa Mazzone in der Mitteilung zitiert.

Ausserdem wirkten die bisher getroffenen Massnahmen nur teilweise. Denn Schallfenster zum Beispiel schützten zwar im Innern von Gebäuden, doch die Lärmemissionen vor Ort würden dadurch nicht reduziert.

Am wirksamsten und am günstigsten wären gemäss dem VCS Geschwindigkeitsreduktionen. Das Bundesgericht habe Tempo-30-Verordnungen als Lärmschutzmassnahmen gestützt. Deshalb müssten Städte und Gemeinden ihren Verpflichtungen nachkommen und entsprechende Massnahmen ergreifen.