Deutschland

Vattenfall informiert über Schäden bei Atomreaktor Krümmel

Kernkraftwerk Krümmel ist ausser Betrieb

Kernkraftwerk Krümmel ist ausser Betrieb

Im norddeutschen Atomkraftwerk Krümmel hat es mehr Störungen als bisher bekannt gegeben. Der Stromkonzern Vattenfall teilte nach einer Trafo-Panne weitere Details zu einem Schaden innerhalb des Reaktors mit.

Mindestens ein defekter Brennstab sei entdeckt worden, erklärte der Betreiber Vattenfall Europe in Berlin. Vorstandschef Tuomo Hatakka hält jedoch an dem Meiler in Schleswig- Holstein fest. "Mein Fazit ist klar und deutlich: Krümmel ist sicher." Zugleich entschuldigte er sich für die Verunsicherung.

Der Reaktor soll erst in mehreren Monaten wieder angefahren werden. Bereits am Freitag will Vattenfall den Reaktordeckel der Anlage öffnen, um nach dem beschädigten Brennstab zu suchen, wie der Geschäftsführer der Nuklearsparte, Ernst Michael Züfle, sagte.

Von insgesamt 80'000 Brennstäben seien aus heutiger Sicht möglicherweise "einige wenige" defekt. Er betonte, dass der Schaden nicht bekannt gewesen sei, als das Kraftwerk vor mehr als zwei Wochen nach einer zweijährigen Pause wieder ans Netz gegangen war.

Vattenfall kündigte eine komplette Prüfung aller Abläufe an. Dazu sei ein interner Sonderermittler eingesetzt worden. Wann Krümmel wieder ans Netz geht, ist weiter offen. "Es ist viel zu früh, jetzt über eine Wiederanfahrt zu reden", sagte Hatakka.

Ein völliges Abschalten stehe nicht zur Debatte. Zweifel an der generellen Zuverlässigkeit als Betreiber von Atomkraftwerken wies Vattenfall zurück. "Es gibt keinen Grund, wegen dieses Einzelfalls das Sicherheitssystem von Krümmel in Frage zu stellen."

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