Greenpeace
Vater des verhafteten Aktivisten: «Er wusste, worauf er sich einlässt»

Eduard Weber äusserte sich zum ersten Mal in der Öffentlichkeit zur Greenpeace-Aktion, die seinem Sohn Marco eine Anklage wegen Piraterie einbrachte. Die Situation sei nur schwer auszuhalten. Dennoch findet er grossartig, was sein Sohn macht.

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Eduard Weber, der Vater des in Russland verhafteten Aktivisten, spricht erstmals über die Taten seines Sohnes

Eduard Weber, der Vater des in Russland verhafteten Aktivisten, spricht erstmals über die Taten seines Sohnes

Keystone

Erstmals nahm der Vater des verhafteten Greenpeace-Aktivisten Marco Weber in der Öffentlichkeit Stellung.

«Ich finde es grossartig, was er macht. Nicht nur diese Aktion, sondern auch wie er sich sonst für andere einsetzt», sagte Eduard Weber an der Pressekonferenz der Umweltorganisation. Dennoch sei die Situation für ihn nur schwer auszuhalten.

Die 29 Greenpeace-Mitglieder – darunter Marco Weber – sind von den russischen Behörden wegen Piraterie angeklagt worden. Ihnen drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Grund zur Hoffnung

Das Risiko einer solchen Aktion in Russland sei den Beteiligten bekannt gewesen: «Natürlich wusste Marco, worauf er sich einlässt.»

«Solange es noch junge Menschen gibt, die sich Gedanken machen über die grossen Zusammenhänge und über unsere Gesellschaft – nicht nur für den Moment, sondern auch darüber wie es weitergeht – haben wir Grund zur Hoffnung», sagt Eduard Weber. Er habe ihn mit seinem Segen in die Arktis ziehen lassen.

Medienecho als Dank

Das grosse Medienecho sieht der Vater als Dank für das Engagement seines Sohnes: «Marco hat sich sehr exponiert, mit allem was er hat. Das darf nicht nutzlos sein.» Es sei wie ein Dank, dass die Problematik der Ölförderung in der Arktis nun so viel Beachtung finde.

Eduard Weber sagte über seinen Sohn, er habe sich schon immer für die Schwachen eingesetzt. «Er hat ein grosses Herz und Mut.»

Zur Zukunft sagte Marcos Vater: «Ich weiss überhaupt nicht, was jetzt möglich ist. Auf alle Fälle bin ich nun bereit, etwas zu unternehmen.» Die geplanten Ferien jedenfalls habe er abgesagt.

«Absolut absurder Vorwurf»

Bei Greenpeace heisst es, die Aktivisten seien körperlich und psychisch wohlauf.

«Sie befinden sich natürlich in einer sehr schwierigen Situation, da sie nicht wissen, was in den nächsten Wochen und Monaten mit ihnen passieren wird», sagt Nadine Berthel von Greenpeace.

Mit dem Vorwurf der Piraterie hätten sie nicht rechnen können, da dieser absolut absurd sei. «Sie haben friedlich protestiert.»