US-Präsident sendet Signal für Neuanfang der Beziehungen mit Türkei

Obama und Gül treffen sich

Obama und Gül treffen sich

Die USA und die Türkei kommen sich langsam wieder näher: Bei seinem Besuch in Ankara hat US-Präsident Barack Obama deutliche Signale ausgesandt, dass er einen Neuanfang sucht. Er sprach der Türkei zudem eine zentrale strategische Rolle im Nahen Osten zu.

Auf der letzten Station seiner Europa-Reise machte sich Obama für engere Beziehungen zwischen Washington und Ankara stark. Trotz einer Abkühlung der Beziehungen wegen des Einmarsches der US-Truppen in den Irak hätten sich die Kontakte stetig verbessert, sagte Obama bei einer gemeinsamen Medienkonferenz mit dem türkischen Staatschef Abdullah Gül.

Die USA und die Türkei könnten aufgrund ihres Respekts für Religionsfreiheit und Rechtsgrundsätze sowie des Einsatzes für ihre Werte auf internationaler Ebene eine für die Welt beispielhafte Partnerschaft aufbauen, sagte Obama, der auch mit Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan zusammenkam.

Vor dem Parlament setzte er sich für mehr Partnerschaft zwischen dem Westen und der islamischen Welt ein: "Lasst mich das so klar wie nur möglich sagen, die USA sind nicht in einem Krieg mit dem Islam, und (sie) werden es nie sein."

Die Türkei mit ihrer strategisch bedeutsamen Lage war lange ein enger Partner der USA. Im Zuge des Irakkriegs gab es Spannungen, da die Türkei die US-Truppen nicht von ihrem Gebiet aus angreifen liess. Unterdessen versorgen die USA ihre Truppen im Irak und in Afghanistan wieder über die Türkei.

Vor dem türkischen Parlament sprach Obama sich erneut deutlich für einen Beitritt der Türkei zu Europäischen Union aus. Eine Mitgliedschaft werde von den USA "dringend" unterstützt. Allerdings habe auch "die Türkei eigene Verantwortlichkeiten" im Bestreben um die EU-Mitgliedschaft, wenngleich schon "bedeutende Fortschritte" erzielt worden seien, sagte Obama.

Ein für die Türken sensibles Thema sprach Obama mit dem türkischen Massaker an tausenden Armeniern während des Ersten Weltkriegs an. Es sei unverändert seine Meinung, dass die Ereignisse als Völkermord zu bewerten seien, sagte Obama.

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