US-Wahlen
US-Botschafter in der Schweiz «glücklich» über Obamas Sieg

Der Botschafter der USA in der Schweiz, Donald S. Beyer, hat den Sieg von Barack Obama zwar erwartet, zeigt sich aber nicht minder glücklich über den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen. Beyer zeigt sich "angenehm überrascht".

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Donald S. Beyer, Jr.Freudiger

Donald S. Beyer, Jr.Freudiger

Emanuel Freudiger

Er sei während der ganzen Wahlnacht zuversichtlich gewesen, sagte Beyer der Nachrichtenagentur sda am Rande eines Anlasses, den die US-Botschaft am Mittwoch in Bern organisiert hatte. Die Umfragen in den einzelnen US-Bundesstaaten hätten für Obama gesprochen.

Die USA könnten nun die starken multilateralen Beziehungen mit der Welt weiter ausbauen, sagte Beyer. "Ich denke, auch die Beziehung mit der Schweiz wird sich intensivieren". Er sei zuversichtlich.

Der nächste Test für diese Beziehung sei das Steuerabkommen zwischen der Schweiz und den USA. Dabei hänge alles von der Debatte und dem Entscheid im US-Kongress ab, sagte Botschafter Beyer weiter. Er sei aber auch hier zuversichtlich, dass das Abkommen angenommen werde.

Angesprochen auf die Prioritäten des US-Präsidenten für seine zweite Amtszeit, nannte Botschafter Beyer zunächst die Wirtschaft. Doch erwarte er auch Impulse auf der internationalen Bühne. Als Beispiele nannte Beyer den Druck auf den Iran, den es hochzuhalten gelte, oder den Konflikt in Afghanistan, den es beizulegen gilt. Und vielleicht gebe es auch einen neuen Anlauf im Friedensprozess im Nahen Osten.
Beyers Zukunft offen

Offen bleibt die Zukunft Beyers. Noch wisse er nicht, ob er weitere vier Jahre als diplomatischer Vertreter der USA in der Schweiz bleibe. Manchmal gebe es zwischen zwei Amtszeiten eines Präsidenten grosse Veränderungen im diplomatischen Corps. "Präsident Obama wird entscheiden", sagte Beyer lachend.

Der US-Präsident hatte Beyer Mitte 2009 auf den Botschafterposten in Bern berufen. Während der ersten Wahlkampagne Obamas war Beyer ein wichtiger Unterstützer. Er sammelte für Obama rund 1,5 Millionen Dollar an Wahlspenden.

An der Feier der US-Botschaft in einer Filiale der amerikanischen Kaffeehauskette Starbucks nahmen gegen 100 Personen teil. Umrahmt von blauen, weissen und roten Ballonen, US-Flaggen und zwei grossen Kartonfiguren von Obama und dessen Konkurrenten Mitt Romney verfolgten die Gäste auf grossen TV-Schirmen den Ausgang der US-Wahlnacht. Die Feier sei "zu 90 Prozent" demokratisch, gestand ein Botschaftsmitarbeiter ein.