USA

US-Berufungsgericht erlaubt Demjanjuks Abschiebung

Demjanjuk steigt in Auto ein (6. April)

Demjanjuk steigt in Auto ein (6. April)

Im Tauziehen um den mutmasslichen NS-Verbrechers John Demjanjuk hat ein US-Bundesberufungsgericht grünes Licht für dessen Abschiebung nach Deutschland gegeben. Das Gericht wies gesundheitliche Bedenken der Verteidigung zurück.

Damit machten die Richter den Weg frei für eine Überstellung Demjanjuks nach Deutschland. Zugleich hob das Berufungsgericht eine am 14. April verfügte gerichtliche Blockade der Abschiebung auf. Ein Termin zur Abschiebung stand aber nicht fest.

Demjanjuks Anwälte hatten geltend gemacht, dass der Transport des 89-Jährigen nach Deutschland und ein Strafprozess angesichts des Gesundheitszustands ihres Mandanten der Folter gleichkäme und deswegen illegal wäre.

In ihrem Urteil wiesen die Richter in Cincinnati im Bundesstaat Ohio dies nun ohne Einschränkung zurück. Demjanjuk und seine Anwälte seien den Beweis schuldig geblieben, dass ihm durch die Überstellung nach Deutschland Folter drohe.

Dem gebürtigen Ukrainer wird Beihilfe zum Mord in 29 000 Fällen zur Last gelegt. Er soll 1943 für ein halbes Jahr zu den Wachmannschaften des NS-Vernichtungslagers Sobibor im damals von Deutschland besetzten Polen gehört haben.

Demjanjuk muss sich in München vor Gericht verantworten, da er vor seiner Auswanderung in die USA in der Nähe der bayerischen Landeshauptstadt lebte.

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