Hochwasser
Unwetter-Situation entspannt sich – grösste Gefahr sind nun Erdrutsche

Die Pegel der Flüsse gehen zurück - die Hochwassersituation entspannt sich allmählich. Jedoch besteht die Gefahr von Erdrutschen, da die Böden sehr viel Wasser aufgenommen haben. Für die nächste Woche sind die Aussichten nicht eindeutig.

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Erdrutsch im Zürcher Oberland wegen Dauerregen

Erdrutsch im Zürcher Oberland wegen Dauerregen

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«Die Pegel gehen zurück, die Hochwassersituation entspannt sich», sagt Reto Vögeli von Meteonews.ch auf Anfrage. Jedoch besteht durch die starken Niederschläge, welche die Böden total sättigten, eine gewisse Erdrutschgefahr, so der Meteorologe.

Hochwasser bei Frutigen.
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Dauerregen sorgt für gesperrte Strassen und geflutete Keller
Strassenbild im Zürcher Oberland wie nach einem Tropenregen im Dschungel.
Überfluteter Keller im Zürcher Oberland
Zahlreiche Strassen mussten nach dem Regen gesperrt werden. Hier in Pfäffikon ZH.
Überfluteter Keller im Zürcher Oberland
Erdrutsch wegen Dauerregen
Überschwemmte Strasse im Zürcher Oberland.
Gesperrte Strasse im Zürcher Oberland
Gesperrte Strasse im Zürcher Oberland
Gesperrte Strasse im Zürcher Oberland
Gesperrte Strasse im Zürcher Oberland
Gesperrte Strasse im Zürcher Oberland

Hochwasser bei Frutigen.

TeleBärn

Tatsächlich waren die Niederschläge der letzten Tage aussergewöhnlich: In der Region Aarau fielen von Sonntag bis Mittwochmorgen gemäss Vögeli rund 76 Liter pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Normalerweise fallen im gesamten Monat Juli run 112 Liter Regen pro Quadratmeter.

Am meisten Wasser ging jedoch in den Bergregionen wie dem Berner Oberland und der Zentralschweiz sowie im Zürcher Oberland nieder. Teils wurden Spitzenwerte von über 100 Liter pro Quadratmeter gemessen.

In den nächsten Tagen wird sich die Lage weiter entschärfen, so Vögeli. Zwar ist es möglich, dass es aufs Wochenende vereinzelt zu lokalen Schauern und Gewitter kommt, diese werden jedoch die Flüsse nicht wieder in dem Masse anschwellen lassen, wie es in den letzten Tagen der Fall war.

Gut möglich, dass die Pegelstände soweit zurück gehen, dass man sogar schon bald wieder baden kann. «Jedoch ist neben der persönlichen Einschätzung der konkreten Situation natürlich immer auch Fliessgeschwindigkeit zu beachten.», so Vögeli.

Für nächste Woche sind die Prognosen nicht eindeutig. Unter Umständen ist auch dann wieder mit verstärkten Niederschlägen zu rechnen.

Mattequartier bleibt trocken

Das Stadtberner Mattequartier, welches notorisch vom Hochwasser heimgesucht wird, blieb in der Nacht auf Mittwoch trocken. Die örtliche Feuerwehr hatte am Dienstag die Quartierbewohner per SMS vor einem möglichen Hochwasser gewarnt.

In der Nacht sei es im Mattequartier ruhig geblieben, sagte Walter Zysset von der Stadtberner Berufsfeuerwehr am Mittwochmorgen auf Anfrage. Der Durchfluss der Aare sei mit gut 380 Kubikmetern pro Sekunde hoch gewesen, zu Überflutungen sei es aber nicht gekommen.

Gestern hatte es noch anders ausgesehen:

Rheinschifffarhrt wieder offen

Die Grossschiffahrt zwischen Basel und Kembs (F) ist am Dienstagmorgen wieder freigegeben worden. Die Aufhebung der Sperrung erfolgte, nachdem der Pegel Basel-Rheinhalle die kritische Marke von 820 Zentimeter unterschritten hatte, wie die Schweizerischen Rheinhäfen mitteilten.

Der Pegel weise zudem fallende Tendenz auf, hiess es weiter. Nach wie vor gesperrt bleibt die Strecke unterhalb von Basel jedoch für die Kleinschifffahrt. Eingestellt bleibt auch der Fährbetrieb.

Für die gesamte Schiffahrt gesperrt ist zudem weiterhin der Rhein zwischen Basel und dem flussaufwärts liegenden Birsfelden BL. Der Rheinpegel liegt nach wie vor über der für diese Strecke massgebliche Marke von 790 Zentimeter.

Sinkende Pegel im Aargau

Die Pegelstände von Reuss, Aare und Rhein sanken in der Nacht auf Mittwoch. In der Reuss bei Mellingen ging der Abfluss um einen Fünftel auf 445 Kubimeter pro Sekunde zurück.

Der Pegel des Rheins in Rheinfelden ging nach dem Höchstwert um Mitternacht zurück. Ein Abfluss von 2565 m3/s wurde gemessen.

In Unterwindisch an der Reuss sowie in Wallbach am Rhein waren am Dienstag Vorbereitungen getroffen worden, um gegen ein Hochwasser gewappnet zu sein. Feuerwehren installierten mobile Hochwasserschutz-Elemente oder legten diese vor Ort bereit.

Lötschental wieder per Auto erreichbar

Im Strassenverkehr gab es praktisch keine Beeinträchtigungen mehr. Am Mittag noch geschlossen war nach Angaben des Touring Club Schweiz (TCS) die Kantonsstrasse zwischen Hergiswald LU und Obernau LU bei Kriens LU, die bis mindestens Freitag geschlossen bleibt. Die Kantonsstrasse im Walliser Lötschental zwischen Wiler und Blatten ist derweil wieder geöffnet.

Auch der Bahnverkehr läuft normal. (rhe/sda)