Affäre Mörgeli
«Unwahr und absurd»: Mörgeli wehrt sich gegen Vorwürfe des Kantonsrats

Die Vorwürfe, die die Aufsichtskommission Bildung und Gesundheit des Zürcher Kantonsrats ihm machte, seien «absolut unwahr und absurd», schreibt Christoph Mörgeli in einem Brief an die Mitglieder der Kommission.

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SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli als Zuhörer an einer Medienkonferenz der Universität Zürich.

SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli als Zuhörer an einer Medienkonferenz der Universität Zürich.

Keystone

Als «absolut unwahr und absurd» weist der entlassene Kurator des Medizinhistorischen Museums der Uni Zürich und SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli die Vorhaltungen zurück, die ihm die Aufsichtskommission Bildung und Gesundheit des Zürcher Kantonsrats in einem Bericht gemacht hat. Dies berichtet die «NZZ am Sonntag».

In einem Brief an die Mitglieder der Kommission schreibt Mörgeli, es treffe nicht zu, dass er sich als Verantwortlicher für die medizinhistorische Sammlung nicht für mehr Mittel und Personal für die Katalogisierung und Konservierung der Objekte eingesetzt habe. Folglich sei er auch nicht für den bedauerlichen Zustand der Sammlung verantwortlich.

Mörgeli verweist in seinem Schreiben auf ein Sitzungsprotokoll von 2007. In einer Unterredung mit der Leitung des Medizinhistorischen Instituts habe die damalige Unileitung dabei explizit festgehalten, für die Sammlung könnten «keine Bildungsgelder» aufgewendet werden. Das Institut müsse sich um Stiftungsgelder bemühen.

Wie Mörgeli weiter schreibt, seien Stiftungen aber nicht willig gewesen, für die unspektakuläre Konservierungsarbeit Gelder zu sprechen. Er habe dies Jahr für Jahr in den akademischen Berichten zuhanden der Unileitung klar gemacht und vor den Konsequenzen der mangelnden Mittel gewarnt. Es sei aber offenkundig die Politik der Unileitung gewesen, «die Sammlung finanziell und personell regelrecht auszuhungern».

Erst nach seiner Entlassung, so Mörgeli weiter, sei die Uni dann doch bereit gewesen, eine Million an Bildungsgelder für die Sammlung aufzuwenden. Der Präsident der kantonsrätlichen Aufsichtskommission, Jörg Kündig (FDP), bestätigte der «NZZ am Sonntag» den Eingang des Schreibens. Er verwies aber darauf, dass der von Mörgeli kritisierte Bericht einstimmig verabschiedet worden sei.