Privatschule AHA
Unterricht unter freiem Himmel

Ein Klassenzimmer unter freiem Himmel, Mathe-Aufgaben lösen im lauschigen Garten, den Schafen dabei beim Grasen zuschauen, die Schafe später schären und ihre Wolle verarbeiten, gemeinsam ein Mittagessen zubereiten und gleichzeitig Englisch oder Französisch lernen. Das alles bietet die neue Privatschule AHA in Stetten an.

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Aargauer Zeitung

Susanne Brem

Etwas anders soll sie sein, die neue Privatschule von Agatha und Heinrich Peterhans aus Stetten. Die Idee, einmal selber eine Schule zu gründen, schlummerte schon lange in ihnen: Jetzt wollen sie ihre Ideen in die Tat umsetzen. Die Beiden blicken auf einen über 30-jährigen Erfahrungsschatz als Volkschullehrer zurück. Die Zeit sei reif für ihre neue AHA-Schule, sagen sie.

Die Schule ist staatlich anerkannt

Die AHA-Schule wurde vom BKS des Kantons Aargau in einem ordentlichen Verfahren geprüft und offiziell als Privatschule anerkannt. Die AHA-Schule ist als altersgemischte Lerngemeinschaft gedacht für Kinder der 1. bis 5. Klasse. Das Schulgeld wird von den Eltern getragen und beträgt 1600 Franken im Monat. Im Preis inbegriffen sind die Malzeiten, Lehrmittel und Exkursionen. Bei Bedarf wird auch ein Übergangsjahr zur Oberstufe angeboten. (sbr)

«Wir waren beide immer sehr engagierte Lehrer», sagt Agatha Peterhans. «Trotzdem gibt es immer wieder Kinder, die durch die Maschen fallen.» Die Volksschule sei eine wunderbare Einrichtung, sagen die beiden, aber manchmal sei es schlicht nicht möglich, allen Kindern die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die sie bräuchten. «Unsere Schule soll klein, aber fein sein», sagt Heinrich Peterhans, der an verschiedenen Institutionen unterrichtet hat. Unter anderem sammelte er wertvolle Erfahrungen an der Privatschule «Merkmal» in Baden, wo er zeitweise die Co-Leitung innehatte. Er war ausserdem lange als Volksschullehrer tätig, zuletzt in Birmenstorf, wo er altersgemischte Klassen in der Mittelstufe unterrichtete.

Ziel: regelmässige Aha-Erlebnisse

«Wir wollen Kindern einen gesunden Boden geben», sagen die Eltern von vier mittlerweile erwachsenen Kindern. «Wir wollen ihr Selbstvertrauen stärken. Und sie sollen regelmässige Aha-Erlebnisse haben», erklärt Agatha Peterhans. Jeden Morgen werde daher mit einer Art Anfangsritual begonnen. Gemeinsam Übungen machen, die Körper und Geist in Einklang bringen und die Kinder lernbereit werden lassen. Das kann mit Atem- oder Yogaübungen geschehen oder mit Balanceübungen auf dem Schlappseil, zum Beispiel draussen im Wald. Natürlich sollen die «normalen Fächer», Mathematik und Sprachen, dabei nicht zu kurz kommen. Das Unterrichtsprogramm richtet sich nach dem staatlichen Lehrplan.

Mathematik im Kochunterricht

Wie Heinrich und Agatha Peterhans weiter erklären, sei ihre Schule eine Tagesschule, die Platz für maximal 12 Kinder hat. In der kleinen Gruppe bleibe mehr Zeit zur individuellen Förderung, auch durch den Einsatz von speziellen Computer-Lernprogrammen. «Zweimal in der Woche kochen wir gemeinsam ein Mittagessen. Dann können wir zum Beispiel Mathematik in den Kochunterricht integrieren durch praktisches Umrechnen von Kilogramm in Gramm. Oder wir reden beim Kochen Französisch und Englisch mit den Kindern.» Das macht Spass und schmeckt am Ende erst noch gut. (Weitere Informationen unter www.ahaschule.ch)