Reform III
Unternehmenssteuer: Bundesrat rechnet Steuerausfälle klein

Die Unternehmenssteuerreform III könnte Bund und Kantone deutlich teurer zu stehen kommen als angekündigt. Experten äussern erhebliche Zweifel an den Berechnungen des Bundes.

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Wegen der Unternehmenssteuerreform II entgehen dem Bund, den Kantonen und Gemeinden mehr als eine Milliarde Franken pro Jahr.

Wegen der Unternehmenssteuerreform II entgehen dem Bund, den Kantonen und Gemeinden mehr als eine Milliarde Franken pro Jahr.

Keystone

Die Unternehmenssteuerreform III könnte Bund und Kantone deutlich teurer zu stehen kommen als angekündigt. Auf insgesamt 2,2 Milliarden Franken schätzte der Bund die Steuerausfälle diese Woche.

Experten äussern nun erhebliche Zweifel an den Berechnungen. Das berichtet die Zeitung "Schweiz am Sonntag".

In den Prognosen werde nicht berücksichtigt, dass Steuerpflichtige nach der Reform ihr Verhalten ändern. Am Ende könne die Reform «deutlich teurer werden», warnt Andreas Staubli, Leiter der Steuerberatung von PWC. Er spricht von teilweise «massiven dynamischen Effekten», die nicht berücksichtigt worden seien.

BDP-Präsident Martin Landolt warnt, es gelte Überraschungen wie bei der Unternehmenssteuerreform II zu verhindern.

Damals verschätzte sich der Bundesrat massiv in seinen Annahmen zu einer neuen Form der steuerfreien Ausschüttung.

Auf 200 Milliarden Franken prognostizierte er damals die möglichen steuerfreien Ausschüttungen aus Agio in den Unternehmensbilanzen. Bis heute wurde über 1 Billion Franken angemeldet.