Verkauf
Unterkulm vertraut Stromnetz Lieferant an

Auch das Referendum endete mit einem knappen Ja zum Verkauf des Elektrizitätswerks Unterkulm an die Vorlieferantin AEW Energie AG. Der Gemeinderat sieht sich in seiner Finanzpolitik bestätigt.

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454 Unterkulmer haben am Sonntag den Verkauf der Elektrizitätsversorgung Unterkulm (EVU) an die AEW bestätigt, 383 waren dagegen. Noch knapper hatte die Gemeindeversammlung im November 2009 den 9-Millionen-Deal gutgeheissen. Mehr als 300 Stimmbürger sorgten anschliessend dafür, dass das Geschäft einer Volksabstimmung unterstellt wurde.

Noch am Freitag tippte Gemeindeammann Roger Müller, der sich stark für den Verkauf ins Zeug gelegt hatte, auf 54% Ja - und sah sich am Sonntagnachmittag prompt bestätigt. Er sei froh, «dass wir jetzt die finanziellen Lasten vom Tisch haben». Das Argument «Weg von den Schulden» habe wohl am meisten überzeugt. Unterkulm habe dank der kompletten Entschuldung ab sofort 800000 Franken mehr Spielraum pro Jahr. Und die versprochene Steuerfusssenkung 2011 komme «sicher».

Auch der Verwaltungsratspräsident der AEW Energie AG, welche die EVU am 1.April in ihr Portefeuille aufnehmen wird, äusserte sich schriftlich zum Entscheid: dass die Argumente der Gegnerschaft, die mit der Käuferin wenig zu tun gehabt hätten, «nicht verfingen, zeugt von Reife der Stimmenden», so Ernst Werthmüller.

Roland Elasser, Referendums-Mitinitiant, schreibt seine Niederlage auch der Angst vor der Strommarktliberalisierung zu. Die Verkaufsgegner argumentierten, die EVU erwirtschafte ihren Gewinn auch künftig mit der Durchleitung von Strom, dessen Lieferanten unerheblich seien. (trö)