«Unsere Finanzen sind gesund»

Gemeindeammann Andres Rüesch übergibt Ende Jahr die Verantwortung für die Gemeinde Burg seiner Nachfolgerin. Er hat die Zusammenarbeit mit Menziken gestärkt und ist überzeugt, dass Burg selbstständig bleiben kann.

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Peter Siegrist

Andres Rüesch ist ein Burger. Der abtretende Gemeindeammann der kleinen Oberwynentaler Gemeinde ist dieses Jahr 70 Jahre alt geworden und tritt aus dem Gemeinderat aus. Acht Jahre arbeitete er in der Behörde mit, vier Jahre als Ammann.

Rüesch ist auf der Burg (so sagen die Wynentaler) aufgewachsen, hat hier als selbstständiger Unternehmer eine Firma geführt und kennt die Gemeinde wie seine Hosentasche. Seine detaillierten Ortskenntnisse seien gar einmal für die Polizei von Nutzen gewesen, erinnert sich Rüesch. Als sich ein bewaffneter Mann in einem Haus verschanzt hatte und die Polizei ihn herausholen musste, hatte der Ammann den Beamten die verdeckten Zugänge gezeigt.

Führen wie ein Unternehmer

Andres Rüesch hat in Burg bis 1972 die Zigarrenfabrik Rüesch, ein Familienunternehmen, geleitet. Als der Absatz schwieriger wurde, hat Rüesch parallel zum Tabakunternehmen eine Kunststofffirma (arbo-plastic AG) gegründet, 1976 den Zigarrenbereich verkauft und sich ganz auf die Produktion von Kunststofffolien konzentriert. Vor zwei Jahren verkaufte er die Arbo weiter. Heute ist er noch als Berater zur Stelle, wenn Schwierigkeiten auftauchen. Die Bereitschaft zum Begleiten hat er auch seiner Nachfolgerin im Gemeinderat Rat für die ersten Wochen angeboten.

Im eigentlichen Sinn gesucht hat Andres Rüesch das Amt des Ammanns vor vier Jahren nicht. «Es hat sich aus der Konstellation heraus ergeben.» Bei den Wahlen vor vier Jahren war Gemeindeammann Therese Wettstein als überzählig Gewählte auf der Strecke geblieben. Rüesch nahm die Herausforderung an. Er hat die konsequente Finanzpolitik seiner Vorgängerin weitergeführt und sagt heute: «Unsere Finanzen sind gesund, die Gemeinde ist selbstständig und handlungsfähig.»

Rüesch ist streng der Maxime des Unternehmers gefolgt: «Immer wieder das Nötige vom Wünschbaren trennen und gestellten Aufgaben konsequent lösen.»

Zusammenarbeit gestärkt

Als Rüesch bewusst wurde, dass die Oberwynentaler Fusion scheitert, hat er sich stark gemacht für die Zusammenarbeit mit Menziken. «Wir haben die Verwaltung nach Menziken ausgelagert.» Eine Win-Win-Situation. «Die Bürger haben die gleichen Ansprechpartner und das Fachpersonal ist gut ausgelastet. Auf der Kanzlei Burg wären Allrounder gefragt, die zu finden sei nicht einfach. Im Gegenzug hat dafür das Zivilstandsamt seinen Sitz jetzt in Burg. «Es ist sinnvoll», sagt Rüesch, «politisch selbstständig zu bleiben, aber im Administrativen die Zusammenarbeit zu suchen.»

Gutes Verhältnis mit Menziken

Wie bewältigte Andres Rüesch nebst der eigenen Firma die Arbeit für die Gemeinde? «Ich habe stark auf die eigenständige Mitarbeit der andern vier Gemeinderäte gesetzt, sie wirkten klar als Ressortchefs.»

Rüesch blickt zufrieden auf seine Behördenzeit zurück. Gefreut habe ihn, dass die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden gut funktionierte, insbesondere mit Menziken. «Es ist uns im Gemeinderat gelungen, Entscheide zu fällen und die gestellten Aufgaben zu lösen.

Rüesch freut sich jetzt auf eine dünnere Agenda, auf mehr Zeit für Familie und den Segelsport. Seit 1959 ist Andres Rüesch in der Schweiz und in Europa auf Regatten anzutreffen.