Nahost

Unruhen am «Tag des Zorns» in Jerusalem und Gaza

Festnahme eines Palästinensers im Osten Jerusalems

Festnahme eines Palästinensers im Osten Jerusalems

Dutzende junger Palästinenser haben sich in Jerusalem gewaltsame Konfrontationen mit der israelischen Polizei geliefert. Die radikal-islamische Hamas-Organisation hatte zuvor zu einem «Tag des Zorns» in der Stadt aufgerufen.

In arabischen Vierteln im Norden und Osten Jerusalems warfen Demonstranten Steine une setzten Reifen und Mülleimer in Brand. Die Polizei setzte Tränengas, Gummigeschosse und Blendgranaten ein, wie ein Polizeisprecher bestätigte.

60 Palästinenser wurden nach Polizeiangaben festgenommen und laut Ärzten rund 40 verletzt. Auch zwölf israelische Polizisten erlitten Verletzungen.

Auch im von der Hamas beherrschten Gazastreifen gingen mehrere tausend Palästinenser aus Protest gegen die Lage in Jerusalem auf die Strasse.

Hintergrund der Unruhen sind Befürchtungen der Palästinenser, rechtsgerichtete Israelis könnten auf den Tempelberg in Jerusalem vordringen, um dort den Grundstein für einen neuen jüdischen Tempel zu legen.

Muslime verehren den Tempelberg mit der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom als Haram al-Scharif (Edles Heiligtum). Er steht nach jüdischer Überlieferung auf den Überresten des im Jahre 70 nach Beginn der modernen Zeitrechnung zerstörten zweiten jüdischen Tempels.

Die für Juden und Muslime heiligen Stätten auf dem Tempelberg und der Status von Jerusalem sind zwei Gründe dafür, weshalb der Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern seit Jahren stockt. Ein weiterer Streitpunkt sind die völkerrechtswidrigen israelischen Siedlungen auf besetztem palästinensischen Gebiet.

Neue Bauvorhaben der israelischen Regierung in Ostjerusalem hatten vergangene Woche weltweit für Kritik gesorgt und insbesondere die USA verärgert. Wegen des Streits sagte der US-Nahostgesandte George Mitchell seine geplante Reise ab, nachdem Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärt hatte, an den Bauplänen festzuhalten.

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