Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des UNO-Büros für Drogen und Verbrechen (UNODC) und der afghanischen Regierung, die in Kabul vorgestellt wurde.

"Viele Afghanen nehmen Drogen, um die Härten des Alltags zu bewältigen", sagte UNODC-Direktor Antonio Maria Costa. Neben Opium und Heroin würden vor allem Marihuana sowie Schmerz- und Beruhigungsmittel missbraucht.

Allein die Zahl der Opium- und Heroinabhängigen sei seit 2005 von 200'000 auf insgesamt 350'000 angewachsen, so Costa weiter. Ein Grund dafür sei auch die "grenzenlose Verfügbarkeit billiger Drogen" in Afghanistan.

Nach Angaben der Vereinten Nationen ist das Land der mit Abstand grösste Opiumproduzent. In den vergangenen Jahren stammten weltweit mehr als 90 Prozent des Grundstoffes für Heroin vom Hindukusch. Die massiv gestiegene Produktion habe inzwischen aber auch verheerende Auswirkungen im Inland, denn Afghanen würden zu immer wichtigeren Kunden ihres eigenen Opiums, berichtete Costa.

Ein weiteres Problem seien die fehlenden Behandlungsmöglichkeiten. "Mehr als 700'000 Drogenabhängige haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung", sagte Costa. Er rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, sich nicht nur beim Kampf gegen den Anbau von Rohopium zu engagieren, sondern zusätzliche finanzielle Mittel für Prävention und Behandlung der Sucht in Afghanistan bereitzustellen.