Interveniert haben auch Staaten wie Jordanien und Libanon. Das Aussendepartement bestätigt die «Kontakte nach den Aussagen von Bundesrat Cassis», will aber die Gespräche nicht weiter kommentieren, wie die «Sonntagszeitung» schreibt.

Cassis hatte vor gut zwei Wochen in einem Interview das UNO-Palästinahilfswerk UNRWA als «Hindernis für den Frieden» bezeichnet und die Rückkehr aller Flüchtlinge in ein zukünftiges Palästina als unrealistischen «Traum» abgetan. Das wurde als Absage an die von der UNO geforderte Gründung eines unabhängigen Palästinas verstanden.

Bei den Vereinten Nationen sind die pro-palästinensischen Staaten in der Mehrheit. Mit seinen Äusserungen gefährdet Cassis deshalb die für 2022 geplante Kandidatur der Schweiz für den UNO-Sicherheitsrat.

Aber auch im Inland wächst der Widerstand. In der Aussenpolitischen Kommission wollen bürgerliche Politiker, angeführt von FDP-Nationalrat Hans-Peter-Portmann, den Rückzug der Kandidatur erzwingen. “Die Schweiz gehört nicht in ein Gremium, das Stellvertreterkriege ermöglicht”, sagt Portmann. Durch die Möglichkeit, im Sicherheitsrat UNO-Sanktionen mit einem Veto zu verhindern, würden kriegerische Handlungen unterstützt.