Damit sollen unter anderem 15'000 Tonnen Nahrungsmittel als Soforthilfe in das zentralafrikanische Land gebracht werden, bis im Oktober sollen 70'000 Tonnen folgen. "Die Krise ist akut", sagte Charles Vincent, Direktor des UNO-Welternährungsprogramms (WFP), in Genf. "Und es ist nicht die ohnehin schwierige Situation, die wir auch sonst in der Sahel antreffen."

Das Kinderhilfswerk UNICEF rechnet mit rund 400'000 Fällen von schwerer Unterernährung allein bei Kindern unter 5 Jahren. Insgesamt könnten im Lauf des nächsten Jahres rund 1,2 Millionen Kinder in Niger Hunger leiden.

Ein Grund für die drohende Krise sind die schweren Ernteausfälle als Folge der anhaltenden Trockenheit. Wegen der Klimaveränderung werde sich die Situation in den kommenden Jahren wohl eher noch verschlechtern, sagte Vincent.

Hinzu kommt die religiös motivierte Gewalt im Land und die unsichere politische Lage nach einem Militärputsch vor knapp zwei Monaten. Anders als die abgesetzten Machthaber, welche die drohende Hungersnot vertuschten, hat die derzeitige Übergangsregierung die internationale Gemeinschaft um Hilfe gebeten.

Von den benötigten 190 Millionen Franken sind 57 Millionen bereits zugesichert. Vincent rief die UNO-Mitglieder auf, die noch benötigten 133 Millionen Franken bereitzustellen.

Auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat um 23 Millionen Franken gebeten. Die Organisation will ihr Budget für Niger und Mali auf 36 Millionen Franken verdreifachen.