Vietnam

UNO lässt von «Agent Orange» verseuchte Gebiete in Vietnam säubern

Physiotherapie-Stunde für Agent-Orange Opfer in Vietnam (Archiv)

Physiotherapie-Stunde für Agent-Orange Opfer in Vietnam (Archiv)

Wegen des Einsatzes des Entlaubungsmittels «Agent Orange» sind auch 35 Jahre nach dem Ende des Vietnamkrieges Teile des südostasiatischen Landes immer noch verseucht. Die UNO will die Gebiete um ehemalige US-Stützpunkte nun von giftigem Dioxin säubern.

Wie das UNO-Entwicklungsprogramm UNDP in Hanoi mitteilte, soll der Schwerpunkt der Arbeiten am Flughafen Bien Hoa nahe der Wirtschaftsmetropole Ho-Tschi-Minh-Stadt liegen. Das Gebiet eines früheren US-Luftwaffenstützpunktes gilt als besonders verseucht und stellt für Anwohner ein hohes Gesundheitsrisiko dar.

Für das Projekt stehen bisher fünf Millionen Dollar bereit, nötig wäre laut UNO-Angaben aber mehr als zehnmal soviel Geld. Auch auf zwei weiteren früheren US-Stützpunkten soll der durch hochgiftiges Dioxin, einem Bestandteil von "Agent Orange", verseuchte Boden gesäubert werden.

Die US-Armee setzte das nach dem orangefarbenen Kennungsstreifen auf den Fässern benannte Entlaubungsmittel im Kampf gegen die im Dschungel versteckten kommunistischen Kämpfer ein.

Der Vereinigung von "Agent Orange"-Opfern zufolge wurde das Mittel am 10. August 1961 zum ersten Mal vom US-Militär in Südvietnam eingesetzt. Bis 1971 warf die US-Armee den Angaben zufolge 80 Millionen Liter Entlaubungsmittel ab, zu einem grossen Teil "Agent Orange".

Der Krieg endete 1975. Die Regierung in Hanoi macht "Agent Orange" für eine Reihe von schweren Erkrankungen und angeborenen Missbildungen verantwortlich, Opferverbände sprechen von drei Millionen Betroffenen.

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