Die UNO-Konvention über die Kinderrechte wird dieses Jahr 20 Jahre alt. Sie wurde von 193 Staaten ratifiziert - allen Ländern ausser den USA und Somalia. Trotz dieses Erfolgs bestünden Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Abkommens.

Die Tatsache, dass auf internationaler Ebene Kinderrechte festgelegt wurden, habe aber ermöglicht, viele Verstösse aufzuzeigen, führte Zermatten aus. Dazu zählten etwa die Diskriminierung der Mädchen oder die sexuelle Ausbeutung.

Der Schutz der Kinder habe sich etwas verbessert. Inzwischen seien auch zwei Zusatzprotokolle über den Schutz von Kindern in Konflikten sowie über den Verkauf von Kindern und über die Prostitution verabschiedet worden.

Probleme bei der Umsetzung der Kinderschutzkonvention stellten unter anderem mangelnde Qualifikation. So gebe es etwa in Afrika sehr wenige spezialisierte Sozialarbeiter. Und auch das Personal bei Justiz und Polizei verfüge kaum über eine spezielle Ausbildung.

Zermatten bedauerte zudem, dass die Schweiz bisher keine Stelle eines Ombudsmannes für Kinder eingeführt habe. Der Föderalismus erschwere zudem eine kohärente Politik. Er erinnerte daran, dass in der Schweiz 250'000 Kinder in Armut leben.

Anhaltende Probleme seien weiter die Behandlung minderjähriger Asylsuchender, die Schwierigkeiten bei der Zusammenführung von Familien sowie die fehlende Trennung von Minderjährigen und Erwachsenen in Gefängnissen.