Die etwa 2400 Delegierten müssen bei ihrem bis Freitag dauernden Treffen vor allem den auf 200 Seiten angeschwollenen Entwurf für das neue Abkommen kürzen. "Da müssen wir viel Boden gut machen", sagte de Boer.

Das neue Abkommen soll im Dezember in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen als Nachfolgepakt für das Ende 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll beschlossen werden.

Zu den wichtigsten Punkten der Bonner Beratungen gehört nach Ansicht von de Boer die Forderung an die Industrieländer, beim Klimaschutz die Führung zu übernehmen.

Die grössten Industrienationen (G8) hatten im Juli beschlossen, den Ausstoss klimaschädlicher Gase wie Kohlendioxid um 80 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Zudem soll der Anstieg der Durchschnittstemperatur auf maximal zwei Grad begrenzt werden.

Neuseeland kündigte unterdessen an, seinen CO2-Ausstoss bis 2020 um 10 bis 20 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Das Erreichen dieses Ziels sei aber von den Klimazielen anderer Länder abhängig.

Nach dem Bonner Treffen sollen weitere Konferenzen in Bangkok und Barcelona folgen, ehe dann die Umweltminister aus aller Welt sich im Dezember in Kopenhagen zur Schlussrunde versammeln.

Für das neue Abkommen müssen insgesamt 192 Länder auf einen Nenner gebracht werden. Aktiv an den Verhandlungen nehmen auch die USA teil, die das Kyoto-Protokoll noch abgelehnt hatten.

Es gebe die Chance auf ein Abkommen, das alle Staaten umfasst, sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon in Seoul. Eine solche Gelegenheit biete sich nur "einmal pro Generation" und müsse genutzt werden.