Volkswirtschaftsministerin Doris Leuthard sei damit nie in irgendeiner Weise gefährdet gewesen. Zudem hätten die Stiefelwürfe nicht ihrer Person gegolten. Obwohl die Aktion schockieren könne, habe sie eine Vorgeschichte.

Nun von einer Dialogverweigerung seitens von Uniterre zu sprechen, gehe zu weit. Zu wiederholten Malen hätten die Landwirte eine Aussprache mit Leuthard gefordert, immer vergeblich. Zudem demonstrierten sie nicht nur, sondern machten auch konstruktive Vorschläge, schreibt Uniterre.

CVP-Präsident Christophe Darbellay übte in Interviews mit den Tageszeitungen "24 heures" und "Tribune de Genève" harte Kritik an der Attacke auf die Bundesrätin seiner Partei und an den Bauern. Der Bundesrat habe für die Landwirtschaft gerade 28 Millionen freigegeben. Sollten die Bauern das nicht wollen, könne das Parlament den Kredit immer noch ablehnen, drohte er

Nur einige Landwirte seien derart militant, dass sie Stiefel werfen, sagte Darbellay. Alle anderen aber würden schweigen und seien damit Komplizen.

SBV-Präsident Hansjörg Walter distanzierte sich bereits am Sonntag von der Aktion. Sein Verband habe mit Uniterre nichts zu tun, Uniterre sei nicht SBV-Mitglied. "Mit ihrer Aktion repräsentieren die Stiefelwerfer die Schweizer Bauern nicht", sagte der SVP-Nationalrat.

Landwirtschaftsminsterin Leuthard war am Freitag an der Käseolympiade von Dutzenden Bauern mit Stiefeln beworfen worden.